Rita Süssmuth war eine deutsche Pädagogin, Hochschulprofessorin und Politikerin und Deutschlands erste Frauenministerin, dann Bundestagspräsidentin – und vor allem war sie vielen ihrer Parteifreunde weit voraus. Trotzdem sah Rita Süssmuth in der CDU die richtige Partei für sich. Bis ins hohe Alter folgte sie dem Motto: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“
Sie forderte einen möglichst weit gefassten Gesundheitsbegriff, – im Sinne der WHO unter ausdrücklichem Einbezug der sexuellen Gesundheit und des individuellen Wohlergehens.
Mit ihrer pädagogischen Hintergrund forderte sie immer: Gebote sind wichtiger als Verbote! Aufklärung zur Vorsorge ist vor die Nachsorge durch teuren Arztbesuch zu stellen. Insoweit förderte sie auch die gesetzesbasierte Sexualerziehung in den Schulen – für alle Klassen aller Schularten, aller Schulstufen und Schultypen.
Konfrontiert mit AIDS, setzte sie als Vorbeugungsmaßnahmen insbesondere auf schulische und ärztliche Aufklärung und Beratung. Daneben propagierte sie gegen Widerstände in ihrer Partei die Verwendung von Kondomen zur Prävention.
Als Gesundheitsministerin initiierte sie im Jahr 1987 die Gründung der Nationalen AIDS-Stiftung mit dem Slogan „Positiv leben“. Zunächst war sie als Vorsitzende des Stiftungskuratoriums tätig und danach die Ehrenvorsitzende der Stiftung. Alle Institutionen des gesellschaftlichen Lebens waren aufgerufen und mitzumachen gefordert.

Der VBE, der BLLV und mit ihnen auch die DGG begründeten auf Anregung von Präsident Albin Dannhäuser die AIDS-Kommission, die Altpräsident Dr. Ebert und Dipl-Päd Linus Dietz führten. Insbesondere Lehrkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler wurden hinsichtlich der Selbstfürsorge und der präventiven pädagogischen Maßnahmen nachhaltig unterstützt. Bis heute.
Der bekannteste Slogan, auf dem Starter-Plakat, der nichts an Aktualität eingebüßt hat, aus ihrer Kampagne gegen HIV und AIDS: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei. … Außer AIDS!“
