{"id":747,"date":"2020-07-12T15:49:00","date_gmt":"2020-07-12T13:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/?p=747"},"modified":"2020-08-10T16:00:18","modified_gmt":"2020-08-10T14:00:18","slug":"12-juli-2020-intersektionalitaet-von-der-antidiskriminierung-zur-befreiten-gesellschaft-mehr-als-nur-freizeitlektuere-grundlagen-fuer-ein-versiertes-fachstudium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/2020\/07\/12\/12-juli-2020-intersektionalitaet-von-der-antidiskriminierung-zur-befreiten-gesellschaft-mehr-als-nur-freizeitlektuere-grundlagen-fuer-ein-versiertes-fachstudium\/","title":{"rendered":"12. Juli 2020 &#8211; Intersektionalit\u00e4t: Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft &#8211;  Mehr als nur Freizeitlekt\u00fcre, Grundlagen f\u00fcr ein versiertes Fachstudium!"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00fcrzburg\/Leipzig &#8211; Mehr als nur Freizeitlekt\u00fcre, Grundlagen f\u00fcr ein versiertes Fachstudium bietet diese Buch zur Intersektionalit\u00e4t:  <strong>Von der Antidiskriminierung zur befreiten Gesellschaft?<\/strong> von: Christopher Sweetapple \/ Heinz-J\u00fcrgen Vo\u00df \/ Salih Alexander Wolter, BLACK BOOKS, Stuttgart: Schmetterling-Verlag, 1. Auflage 2020, 12 Euro, ISBN 3-89657-167-2\u00a0Verlag-Informationen:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.schmetterling-verlag.de\/page-5_isbn-3-89657-167-2.htm\">http:\/\/www.schmetterling-verlag.de\/page-5_isbn-3-89657-167-2.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Intersektionalit\u00e4t<\/strong>&nbsp;(IS&nbsp;abgek.) ist als sexualwissenschaftlicher Begriff zur Zeit auch bei Fachleuten und sog. (S)Experten wohl (noch) weitgehend unbekannt, zeigt aber beim Studium dieser Ver\u00f6ffentlichung seine grundlegende und k\u00fcnftige Bedeutung f\u00fcr eine zeitgem\u00e4\u00dfe moderne Sexualwissenschaft und die Evolution einer angemessenen Fachsprache, obwohl er als nicht konsensf\u00e4higer \u201eKampf\u201c-Begriff kaum mehr als bei an dieser Spezial-Materie Interessierten Verwendung finden d\u00fcrfte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der ungew\u00f6hnlich sperrig wirkende Begriff der IS macht an Fachliteratur interessierte Menschen wohl neugierig. Und f\u00fcr den Einstieg ist der Klappentext als Verlagsinformation sehr hilfreich, die innere Abwehr zu \u00fcberlisten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Lesen dieser fach- und sexualwissenschaftlichen Nischenliteratur f\u00fchlte ich mich in das Oberseminar meines Soziologiestudiums von 1975 versetzt: Alltagswissen &#8211; Identit\u00e4t zwischen Wissen und Tun bei systemimmanenten Strukturen. Da ging es im Gremium pl\u00f6tzlich nicht mehr um Sache und Inhalte, sondern darum warum und wieso man\/frau eine solch ungew\u00f6hnliche fast \u201eKunst\u201c-Sprache ben\u00fctzen m\u00fcsse, um sich als Soziologe zu beweisen. Wie gesagt, in diese Zeit f\u00fchlte ich mich zur\u00fcckversetzt und kam bei dieser dezidiert ungew\u00f6hnlich auff\u00e4lligen Fachsprache ins Gr\u00fcbeln. Selbst als ein versierter, fremdwortgest\u00e4hlter und humanistisch gebildeter Altphilologe konnte ich Seite f\u00fcr Seite den Gedanken nicht verdr\u00e4ngen: Cui bono? Wem soll das n\u00fctzlich sein und\/oder f\u00fcr wen ist das geschrieben und wof\u00fcr braucht\u00b4s denn das?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schon der Titel Intersektionalit\u00e4t l\u00e4sst sofort nach der Schere im Kopf greifen: Nicht-Verstehen-K\u00f6nnen ist oft genug Grundlage und Voraussetzung des N-V-WOLLENS, &#8211;&nbsp;&nbsp;Klappe zu, Daumen runter, &#8211; auch eine Folge wie bei politisch eingesetzten Totschlag-Argumenten. Aber als studierter Insider ist mir dieses Ph\u00e4nomen jeglicher Fach-Sprache mit seiner sich gegen begrifflichen Allt\u00e4glichkeiten abschottenden Wirkung bekannt, auch, dass sie sein muss, damit die \u201eExperten\u201c sich in ihrer Sprache sehr nuanciert und pr\u00e4zise ausdr\u00fccken und unterhalten k\u00f6nnen. Ein Begriff umschreibt und beinhaltet ein ganzes Strukturen-System, das ohne ein solches Vokabular jeweils neu dargelegt und diskutiert werden m\u00fcsste. Wie gesagt, wer sich auf diesem immer noch relativ neuen Gebiet der modernen Sexualwissenschaft bewegen will, der muss die Fachsprache und ihre dezidierten Termini beherrschen, &#8211; nicht nur f\u00fcr die Pr\u00fcfung. Nur so kann er oder sie (m,w,d) z. B. bei Konferenzen den Ausf\u00fchrungen folgen, mitdiskutieren und ggf. eigene Vorstellungen sach- und zielgem\u00e4\u00df formulieren und einbringen zum allgemeinen wissenschaftlichen Fortschritt. Begifflichkeiten, scheinbar immer undurchsichtiger f\u00fcr die Allgemeinheit, sind f\u00fcr Insider und eingeweihte \u201eInnercircler\u201c daher ein MUST, &#8211; conditio sine qua non.<\/p>\n\n\n\n<p>Intersection meint Kreuzung \u00dcberschneidung Schnitt- und Knotenpunkt, was mir am besten gef\u00e4llt, weil da der schwierige Teil des intra- und inderindividuellen Durchdringens steckt. Ich z\u00e4hle diesen Begriff zum zentralen Bereich sexualwissenschaftlicher Fachdidaktik.&nbsp;&nbsp;Um diesen nach Konsens ringenden Grundph\u00e4nomen dreht sich die wissenschaftliche Disziplin der Humanwissenschaft, deren Forschungs-, Lehr- und Entwicklungsgegenst\u00e4nde gesellschaftlich notwendige fach- bzw. dom\u00e4nenspezifische Lern- und Lehrprozesse sind.&nbsp;(vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fachdidaktik\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fachdidaktik<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff IS ist so neu nicht, wie urspr\u00fcnglich zu vermuten war. \u201eIntersektionalit\u00e4t\u201c, so informiert der Verlag und die Autorenschaft mit dem Klappentext und unter dem o. a. Link, \u201ewurde in der Bundesrepublik bereits seit den fr\u00fchen 1990er Jahren von Linken eingefordert, die als J\u00fcdinnen, People of Color und\/oder Menschen mit Behinderung ihre Situation als Mehrfachdiskriminierte im Ein-Punkt-Aktivismus etwa der Frauen- und Homobewegung nicht ber\u00fccksichtigt sahen. Der deutschsprachige akademische Betrieb griff solche Kritik erst mit zehnj\u00e4hriger Versp\u00e4tung auf und behandelt sie zumeist als reinen Theorie-Import aus den USA. Heute erf\u00e4hrt der vor allem im queerfeministischen Spektrum of Color verbreitete intersektionale Ansatz, der den g\u00e4ngigen Rassismus thematisiert, zum Teil heftigen Widerspruch nicht nur \u2013 erwartbar \u2013 von rechts, sondern auch von links. Der Vorwurf lautet, hier werde \u00abIdentit\u00e4tspolitik\u00bb zulasten eines Engagements f\u00fcr eine grundlegend andere, bessere Gesellschaft betrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund zeichnen die Autoren zun\u00e4chst den Denkweg der Schwarzen US-amerikanischen Juristin Kimberl\u00e9 Crenshaw nach, die dem \u00abprovisorischen Konzept\u00bb Intersektionalit\u00e4t Ende der 1980er-Jahre nicht nur den Namen gab, sondern es in Antonio Gramscis Reflexionen zu einem westlichen Marxismus fundierte und zugleich \u00abpostmoderne\u00bb Ideen daf\u00fcr politisch nutzbar machte. Daneben wird ein \u00dcberblick \u00fcber das aktuelle Weiterdenken des Konzepts aus einer internationalen soziografischen Perspektive gegeben. Im zweiten Teil des Buches werden, mit zahlreichen Interview-Ausz\u00fcgen belegt, die Ergebnisse einer \u00fcber mehrere Jahre hin bundesweit durchgef\u00fchrten wissenschaftlichen Studie zu sexualisierter Gewalt gegen Jugendliche dargestellt. Hier zeigen sich \u00fcberdeutlich die Notwendigkeit eines intersektionalen Ansatzes zur Pr\u00e4vention und der St\u00e4rkung migrantischer Selbstorganisation. In einem kurzen politischen Schlusskapitel wird das Fazit aus Theorie und Empirie gezogen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Intersektionalit\u00e4t geht es nicht um die Pflege von kulturellen Eigenheiten, sondern um eine gesamtgesellschaftlich ausgelegte \u00abUntersuchung der Unterdr\u00fcckung\u00bb, die f\u00fcr linke Politik unter den heutigen Verh\u00e4ltnissen \u00e4u\u00dferst produktiv sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber, Neues wird gerne und zu oft abgelehnt, weil man(n) es sprachlich oder sachlich nicht verstehen will, insbesondere wenn es um Themen geht, die am Ego kratzen (k\u00f6nnten). Aber gelernt bleibt dennoch, bei Unfall exemplarisch oder sonstwie gesellschaftlichem Zusammentreffen m\u00fcssen Gender, Race mitgedacht werden \u2013 Klasse, sexuelle Orientierung und Color nicht unbeachtet bleiben (S. 12) \u2013 nicht nur bei Emanzipationsprozessen.<\/p>\n\n\n\n<p>IS ist Mehrfachzugeh\u00f6rigkeit (S. 28) im Bewusstsein, das Leben ist keine Einbahnstra\u00dfe. Insoweit sollte es auch schulische Querschnitt-Aufgabe werden im Sinne des zur Sexualerziehung verpflichtenden Runderlasses von Sachsen-Anhalt 2015 werden. In Bayern und sonst meint dieses \u201eim f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Unterricht\u201c. (S. 31)<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtige Erkenntnis (S. 18) Crenshaw: Color \u00fcber die bislang trennenden und ausgrenzenden Begriffe einbeziehen! IS ist nach Foucault \u201eMachtstruktur zur Regulierung der Wissensproduktion und sogar der Lebensf\u00fchrung\u201c und ein Anspruch der B\u00fcrgerrechtsbewegung nach M. L. King.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgrenzung durch Sprache wird unter IS nicht thematisiert, &#8211; sollte aber! Es ist f\u00fcr mich gef\u00fchlt noch nicht lange her, dass Studenten (m,w,d) beklagten, sie verst\u00fcnden die Grundlagentexte in den Seminaren nicht, weil sie eben nicht humanistisch ausgerichtet studiert h\u00e4tten mit Latein, Griechisch, Hebr\u00e4isch. Heute gewinnt man den Eindruck, dass dies f\u00fcr eine englisch und anglizistisch durchformte Kunstsprache gelten k\u00f6nnte, was wiederum eine Ausgrenzung der spanisch sprechenden Weltbev\u00f6lkerung darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Versto\u00df gegen die Barrierefreiheit sollte gelten, dass manfrau nur mit Abitur studieren d\u00fcrfe, dem Joschka-Fischer-Syndrom. Der schon zu meiner Studierzeit anprangerte, dass ihm der Weg zu Adorno und Habermas versperrt w\u00fcrde, gottlob aber nicht mehr der Weg an die politischen Futtertr\u00f6ge. Ontologie kommt einem Sperrvermerk in der Vita gleich.<\/p>\n\n\n\n<p>Minimierung von Verwundbarkeiten durch gesellschaftliche Strukturen (S.16). Ob dazu auch die Sprach-Gewalt z\u00e4hlen muss, bleibt an dieser Stelle im Sinne von CIA \u201econtradictio in adjecto\u201c f\u00fcr mich zu fragen. Widerspruch in der Beif\u00fcgung\/Hinzuf\u00fcgung ist in der Terminologie der traditionellen Logik ein Widerspruch innerhalb eines Begriffs, das hei\u00dft ein Widerspruch, der darin besteht, dass der Begriff Merkmale enth\u00e4lt, die ihm selbst widersprechen. Ich meine, wenn etwas erkl\u00e4rt wird in so extremer Fachsprache, dass Normalsterbliche nicht mehr folgen k\u00f6nnen oder sollen, dann werden die bewusst oder unbewusst oder gar vors\u00e4tzlich ausgeschlossen von Denk- und Lernprozessen auf einem nicht unwichtigen Gebiet es Menschseins, der Sexualit\u00e4t.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Um sich auf gehobenem Niveau gedanklich austauschen zu k\u00f6nnen f\u00fcr eine einvernehmliche gesellschaftliche Fortentwicklung, nicht um der Ausgrenzung willen, z. B. von Andersdenkenden, muss\u00a0\u00a0die \u201eGrammatik\u201c stimmen, d.h. die Struktur der Kommunikation unter Gleichen, wenn sie nicht a priori zielverfehlend misslingen soll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Empfehlung<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Studienbuch und die Ziele des Fachb\u00fcchleins verdienen Anerkennung in mehrfacher Hinsicht:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Verbesserung der gesellschaftlichen Zust\u00e4nde bzgl. Ungleichheit, Unterdr\u00fcckung, Machtmissbrauch und Ausschluss von Lebenszug\u00e4ngen, z. B. der Beseitigung ontologischer Hemmnisse. Und dieses im Bereich der didaktischen Evolution der Fachsprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich empfehle diese sexualwissenschaftliche Grundlagenver\u00f6ffentlichung weg von der Diskriminierung hin zur befreiten Gesellschaft allen, die in dieser Materie arbeiten, denken, gestalten und f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sie kann die Bedeutung der eigenen Erfahrung und die Mediation zur Aus-, Fort- und Weiterbildung f\u00fcr Mehrfachbedeutsamkeit unseres Denkens, Tuns und Handeln und unsere sexualp\u00e4dagogische professionelle Arbeit sensibler intra- und interindividuell gestalten helfen (S. 56).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Lernen, Grenzerfahrungen sind oft nicht subjektiv erfahrbar gemacht und kulturelle Unterschiede sowie altersgem\u00e4\u00dfes Wissen wird (immer noch vermutlich) westdenkend generalisiert. Dieses gro\u00dfen Hemmnis f\u00fcr intersektionale p\u00e4dagogische Arbeit (S. 62) kann durch Studium dieser Ver\u00f6ffentlichung verringert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hilfreich ist der systematische \u00dcberblick (S. 70 -74) zur intersektionalen Arbeit. Das gilt auch f\u00fcr das ausf\u00fchrliche Literaturverzeichnis und die Arbeit mit Migranten. (S. 86ff)<\/p>\n\n\n\n<p>Hier ist ein weiteres Angebot f\u00fcr vielleicht auch streitbare Themen der Sexualbildung geschaffen, was ein Basisauftrag f\u00fcr SeBiLe ist und bleibt (S. 85).<\/p>\n\n\n\n<p>Verlagseigene Werbung f\u00fcr andere Literatur fand ich in diesem Falle willkommen, z. B. f\u00fcr Torenz, Ja hei\u00dft Ja (S. 92).<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaftler (m,w,d) schreiben Second-Hand-Literatur ohne eigenes fundiertes und fachspezifisches Basiswissen. Da n\u00fctzt auch kontextuale Empathie wenig. Wer sich professionell in diese Materie der menschlichen Sexualit\u00e4t und ihres wissenschaftlichen Studiums begeben will, kommt um die ganz spezielle und besondere Thematik der Intersektionalit\u00e4t nicht herum. Zum Basiswissen w\u00fcrden auch verst\u00e4ndlichere Aussagen reichen, aber ab dem Oberseminar m\u00fcssen die k\u00fcnftigen (S)Experten vertieft einsteigen. Ohne gehobene (nicht exaltierte) Fachsprache ist Erarbeitung und Verbreitung von Fachwissen wohl schwerlich m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fachsprache* ist zu beherrschen ein MUST, aber inwieweit und wie exzessiv man\/frau\/divers sie im Rahmen von Forschung und Lehre sowie Vortragst\u00e4tigkeit anwenden muss, bleibt dahingestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Kritikpunkte f\u00fcr Verbesserung bei einer Neuauflage<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich war die Zuordnung der Autoren und ihre Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die jeweiligen Texte in der Ver\u00f6ffentlichung nicht erkennbar. Das k\u00f6nnte schon im Inhaltsverzeichnis verbessert werden. Es \u00e4ndert aber nichts an der Zielsetzung, den Begriff Intersektionalit\u00e4t wissenschaftlich in G\u00e4nze darlegen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das an Format eher unscheinbare B\u00fcchlein erschwert den Zugang durch seine enge Zeilenf\u00fchrung mit Kleindruckschrift, &#8211; ist aber vielleicht schon sehr auf die Sicht des Pension\u00e4rs mit Alterssichtigkeit abgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichwohl k\u00f6nnten genau deswegen Studenten (m,w,d) die BLACK BOOKS-Serie sch\u00e4tzen, weil die Aufmachung f\u00fcr eine mobile Generation, die auch unterwegs arbeitsf\u00e4hig sein muss, gestaltet ist, wenn sie die sehr spezielle Begrifflichkeit Intersektionalit\u00e4t umfassend und grundlegend studieren k\u00f6nnen will.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wenig Nachgeschmack bleibt bei der H\u00e4ufung der (noch) neuartigen Begriffen der Professores ex Kathedra, die sich gerne untereinander, aber immer h\u00e4ufiger auch nur sich selbst (Literaturangabe) zitieren: Sich so distanziert, abgehoben und f\u00fcr Laien (bewusst) unverst\u00e4ndlich auszudr\u00fccken, hei\u00dft wohl (auch), dass die unter ihm (m,w,d) Sitzenden den Blick senken, verstummen und keine (\u201edummen\u201c) Fragen stellen. Ist das ein Beweis der Professionalit\u00e4t? Unterdr\u00fcckung durch Lehrgehabe \u201eKraft h\u00f6herer Entscheidungsgewalt\u201c &#8230; nach wikiped Signifikante Dominanzkultur (S. 24).<\/p>\n\n\n\n<p>Der f\u00fcr empfindliche Seelen sicht- und sp\u00fcrbare Ausdruck von Wort- und Meinungsf\u00fchrerschaft sollte vielleicht doch vermieden werden, denn im Sinne der Thematik bleibt doch einiges auch noch \u201eausgrenzend\u201c und somit contradictio in adjecto.<\/p>\n\n\n\n<p>Buch- und Schriftgr\u00f6\u00dfe k\u00f6nnten als grenzwertig gelten f\u00fcr Leute mit Seheinschr\u00e4nkungen, also f\u00fcr immer mehr \u00e4ltere Menschen ein Versto\u00df gegen die Barrierefreiheit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt die zur Zeit allenthalben sp\u00fcrbare Forderung nach Zusammenfassung in \u201eleichter Sprache\u201c, &#8211; bei dieser Thematik kaum vorstellbar!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ex Cathedra Begrifflichkeiten, wissenschaftlich \u201equalitiativ \u00fcberh\u00f6ht\u201c erkl\u00e4rt, kraft \u201eh\u00f6herer Entscheidungsgewalt\u201c, sodass Zweifel oder Einw\u00e4nde nicht zul\u00e4ssig sind oder man sich nicht zu erheben wagt, w\u00e4ren bildungssprachlich abwertend, weil ausgrenzend, hier: im Sinne des Buches und der intersektionellen Thematik zu verurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Zusammenfassung:<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sexualwissenschaft und Sexualp\u00e4dagogik mit ihr bed\u00fcrfen einer angemessenen Fachsprache. Hierzu ist konkrete Forschungsarbeit unerl\u00e4sslich und die interpretierte Ver\u00f6ffentlichung der erzielten Ergebnisse. Daran und an der zeitgem\u00e4\u00dfen Entwicklung und Anwendung arbeiten wir von der DGG eV mit.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff Intersektionalit\u00e4t ist hierbei zentral zu sehen und f\u00fcr die sexualwissenschaftliche Evolution von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Linus Dietz, Linus Dietz, Dipl.-P\u00e4d. (Univ.) W\u00fcrzburg, 25. Juni 2020<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anlage:<\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>(Exemplarisch Auszug 1 aus einem Lehrst\u00fcck von sexualwissenschaftlicher Fachsprache* der \u201eneuen Moderne\u201c)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender\"><br>Cisgender<\/a>&nbsp;(lat. cis- \u201ediesseits\u201c und engl. gender \u201eGeschlecht\u201c) ist das Gegenteil von Transgender (lat. trans- \u201ejenseitig\u201c, \u201edar\u00fcber hinaus\u201c), als die Kurzform, bezeichnet also Menschen, deren Geschlechtsidentit\u00e4t mit ihrem k\u00f6rperlichen Geschlecht \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>CIS,&nbsp;in:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender<\/a>, 210420, 12:34&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Cisgender&nbsp;(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Latein\">lateinisch<\/a>&nbsp;cis-&nbsp;\u201adiesseits\u2018 und&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Englische_Sprache\">englisch<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gender\">gender<\/a>&nbsp;\u201asoziales Geschlecht\u2018), auch&nbsp;Zisgender,&nbsp;Zissexualit\u00e4t&nbsp;und&nbsp;Zissexualismus&nbsp; genannt, bezeichnet Personen, deren zum Zeitpunkt der Geburt zugeschriebenes Geschlecht (teilweise \u201eHebammengeschlecht\u201c genannt<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Hermann-2004-1\">[1]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Schomers-2017-2\">[2]<\/a>), mit dem sie im&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geburtenregister\">Geburtenregister<\/a>eingetragen wurden (auch Geburtsgeschlecht<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-3\">[3]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Schock-AIDS-Hilfe-20130323-4\">[4]<\/a>&nbsp;oder rechtliches Geschlecht<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Schomers-2017-2\">[2]<\/a>&nbsp;genannt), mit ihrer sich in den ersten Lebensjahren entwickelnden&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschlechtsidentit%C3%A4t\">Geschlechtsidentit\u00e4t<\/a>&nbsp;zusammenf\u00e4llt.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Sigusch-2005-5\">[5]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Sigusch-2013-6\">[6]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-7\">[7]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-8\">[8]<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eCisgender\u201c ist somit das Gegenteil von \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transgender\">Transgender<\/a>\u201c (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Latein\">lateinisch<\/a>&nbsp;trans-&nbsp;\u201ajenseitig\u2018, \u201adar\u00fcber hinaus\u2018)<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-10\">[10]<\/a>&nbsp;und trifft auf die \u00fcberwiegende Mehrheit der Menschen zu.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-11\">[11]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Den Ausdruck&nbsp;Zissexualismus&nbsp;bzw.&nbsp;Zissexuelle&nbsp;f\u00fchrte der Sexualwissenschaftler&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Volkmar_Sigusch\">Volkmar Sigusch<\/a>&nbsp;1991 ein, um auszudr\u00fccken, dass es Cissexuelle geben m\u00fcsse, wenn es Transsexuelle gebe, und dass das als normal unterstellte Zusammenfallen von K\u00f6rpergeschlecht und Geschlechtsidentit\u00e4t keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sei:<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Sigusch-2005-5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eApropos Zissexuelle. Wenn es Transsexuelle gibt, muss es logischerweise auch Zissexuelle geben. Die einen sind ohne die anderen gar nicht zu denken. Gestattet habe ich mir, die Ausdr\u00fccke Zissexualismus, Zissexuelle, Cisgender usw. einzuf\u00fchren (Sigusch 1991,<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-12\">[12]<\/a>&nbsp;1992,<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-13\">[13]<\/a>&nbsp;1995<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-14\">[14]<\/a>), um die geschlechtseuphorische Mehrheit, bei der K\u00f6rpergeschlecht und Geschlechtsidentit\u00e4t scheinbar natural zusammenfallen, in jenes falbe Licht zu setzen, in dem das Objektiv des Geschlechtsbinarismus, in dem nosomorpher Blick und klinischer Jargon die geschlechtsdyphorische Minderheit, namentlich die sogenannten Transsexuellen, ganz sicher erkennen zu k\u00f6nnen glauben. Das lateinische cis- bedeutet als Vorsilbe: diesseits. [\u2026] Das lateinische trans- bedeutet als Vorsilbe: hindurch, quer durch, hin\u00fcber, jenseits, \u00fcber \u2013 hinaus. [\u2026] Zissexuelle befinden sich folglich (vom K\u00f6rpergeschlecht und damit vom kulturellen Bigenus aus gesehen) diesseits, Transsexuelle jenseits. Und das Neo-Logische am Transsexualismus ist, dass er sein eigentlich immer schon logisches Gegenst\u00fcck, den Zissexualismus, grunds\u00e4tzlich ins Zwielicht r\u00fcckt. Indem der Transsexualismus beweist, dass auch die Geschlechtlichkeit ein kulturell Zusammengesetztes und psychosozial Vermitteltes ist, fallen K\u00f6rpergeschlecht und psychosoziale Geschlechtsidentit\u00e4t bei den \u00bbNormalen\u00ab, die bisher die einzig \u00bbGesunden\u00ab&nbsp;waren, nicht mehr fraglos zusammen. Das geht aber ans kulturell Eingemachte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u2013&nbsp;Volkmar Sigusch:&nbsp;Sexualit\u00e4ten: Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten,&nbsp;2013.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Sigusch-2013-6\">[6]<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es existieren weitere umgangssprachliche, weniger gel\u00e4ufige Bezeichnungen f\u00fcr Cisgender-Personen, wie \u201egeborene Frauen\/M\u00e4nner\u201c oder \u201egenetische M\u00e4nner\/Frauen\u201c oder auch \u201eBiomann\u201c und \u201eBiofrau\u201c, in Anlehnung an \u201eTransmann\u201c (\u201eTrans-Mann\u201c) und \u201eTransfrau\u201c (\u201eTrans-Frau\u201c),<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-Schock-AIDS-Hilfe-20130323-4\">[4]<\/a>&nbsp;die jedoch als diskriminierend wahrgenommen werden k\u00f6nnen. Das analoge Cisgender-Begriffspaar ist \u201eCis-Mann\u201c und \u201eCis-Frau\u201c.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cisgender#cite_note-15\">[15]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Q<em>ED\u00a0(quod erat demonstandum)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00fcrzburg\/Leipzig &#8211; Mehr als nur Freizeitlekt\u00fcre, Grundlagen f\u00fcr ein versiertes Fachstudium bietet diese Buch zur Intersektionalit\u00e4t: Von der Antidiskriminierung zur<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-747","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/747","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=747"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/747\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":748,"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/747\/revisions\/748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=747"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=747"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=747"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}