18. März 2026 – Eine neue Studie, veröffentlicht im offiziellen Journal der Western Australia Society (WAS), dem IJSH, bietet einen seltenen Einblick in die Wahrnehmung sexueller Gewalt von Frauen gegen erwachsene Männer durch durch Richter – ein Thema, das bisher erstaunlich wenig empirische Beachtung gefunden hat.

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Carmo, E., Cardoso, D., Brazão, N., & Carvalho, J. (2025). International Journal of Sexual Health, 37(4), 559–574.

A new study published in WAS’ Official Journal, the IJSH, offers a rare look at how judges perceive sexual violence perpetrated by women against adult men — a topic that has received remarkably little empirical attention. Researchers interviewed eight Portuguese judges and found that their accounts moved between gender-neutral legal ideals and deeply embedded gender stereotypes and male rape myths. Alcohol and gender framed nearly every aspect of how cases were discussed — from consent and motivation to risk and impact. Judges themselves acknowledged their lack of direct experience with such cases, pointing to how rarely these situations reach the courts. The study’s implications are pointed: gender-based perceptions and rape myths are likely shaping attrition rates and sentencing in ways that remain largely unmeasured. The authors call for evidence-based professional training for judges that directly addresses these biases.

Carmo, E., Cardoso, D., Brazão, N. & Carvalho, J. (2025). International Journal of Sexual Health, 37(4), 559–574.

Eine neue Studie, veröffentlicht im offiziellen Journal der Western Australia Society (WAS), dem IJSH, bietet einen seltenen Einblick in die Wahrnehmung sexueller Gewalt von Frauen gegen erwachsene Männer durch Richter – ein Thema, das bisher erstaunlich wenig empirische Beachtung gefunden hat.

Forschende interviewten acht portugiesische Richter und stellten fest, dass deren Aussagen zwischen geschlechtsneutralen Rechtsvorstellungen und tief verwurzelten Geschlechterstereotypen sowie Mythen über männliche Vergewaltigung schwankten. Alkohol und Geschlecht prägten nahezu jeden Aspekt der Fallbesprechungen – von Einwilligung und Motivation bis hin zu Risiko und Folgen. Die Richter selbst räumten ein, wenig direkte Erfahrung mit solchen Fällen zu haben, und verwiesen darauf, wie selten diese Situationen vor Gericht landen.

Die Studie liefert deutliche Schlussfolgerungen: Geschlechtsspezifische Wahrnehmungen und Vergewaltigungsmythen beeinflussen wahrscheinlich die Abbruchquoten und die Strafzumessung auf weitgehend unerforschte Weise. Die Autoren fordern eine evidenzbasierte Fortbildung für Richter, die diese Vorurteile direkt thematisiert.