Leitbild DGG

Würzburger Erklärung 2015 – Entwurf zur Vorlage der MV Landau

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DGG, engagieren sich für die Gesundheitserziehung im weitesten Sinn – einschließlich der sexuellen Gesundheit im Sinn der WHO – für insbesondere jungen Menschen in Unterricht und Erziehung, damit ihr Leben gelingen kann.

Das Lernfeld Sexualität ist seit 1968 allen Schulen aller Schularten gesetzlich aufgegeben. Es ist uns somit eine „pädagogische Herausforderung in schulischer Verantwortung“ zusammen mit den grundsätzlich für Erziehung zuständigen Eltern und Erziehungsberechtigten.

GRUNDLAGEN

Die Fragen, Erfahrungen und Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und den für sie verantwortlichen erwachsenen Eltern und Erziehungsberechtigten stehe an erster Stelle unseres Handelns, – und keinesfalls unsere eigenen Interessen. Dafür stellen wir uns als DGG insgesamt als Angebot zur Verfügung. Mit unseren möglichen Ressourcen setzen uns für ihre sexualpädagogischen Belange ein.

Auf der Basis von überwiegend christlich tradierter Überzeugung und Werteordnung des Grundgesetzes tragen wir wissenschaftlich qualifiziert zur Persönlichkeitsentwicklung, Gesundheitsbildung und schulischen wie außerschulischen Sexualbildung durch intentionale Sexualerziehung junger Menschen bei und befähigen sie sich selbst, die möglichen Partnerschaften und die Gesellschaft inmitten ausufernder und permissiver sexualisierter Umwelt mitzugestalten. Diese Aufgaben verwirklichen wir in unseren verschiedenen Funktionen und Einrichtungen lokal, regional und drüber hinaus.

Sexualbildung ist ein Teil der Gesundheitserziehung, ein zentraler Bereich der gesamten Persönlichkeitsentwicklung mit Sozialisation und Enkulturation.

ZIELGRUPPE

Ziele und Aufgaben der vorwiegend pädagogisch motivierten Arbeit legen die Qualitätsanforderungen des staatlichen Unterrichts, des Kinder- und Jugendhilfegesetzes und der Jugendarbeit richtet sich an alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene, unabhängig von Lebenswelt, kultureller Herkunft, sexueller Orientierung und Religion. Insbesondere wendet sie sich an die, die nicht im Mittelpunkt gesellschaftlicher Anerkennung stehen.

Handlungsprinzipien

Subjektorientierung – Wir nehmen jeden einzelnen jungen Mensch ernst und unterstützen ihn in seinen individuellen Fragen und Bedürfnissen.

Lebensweltorientierung – Wir sind in den Lebenswelten junger Menschen präsent und setzen bei ihren Alltagserfahrungen, Interessen und Lebenssituationen an.

Inklusion und Solidarität – Wir setzen uns ein für Chancengleichheit und Gerechtigkeit für alle Menschen, hier bei uns und in der ganzen Welt.

Demokratie und Mitbestimmung – Wir bieten Raum für Beteiligung junger Menschen in Schule und Gesellschaft. Sie bestimmen die Inhalte unserer Arbeit: die pädagogische Herausforderung in schulischer und außerschulischer Verantwortung. Demokratische Strukturen sind ein besonderes Qualitätsmerkmal unserer Ehrenamtsarbeit.

Ehrenamt – Für junge Menschen tragen und gestalten wir sexualpädagogisches ehrenamtliches Engagement in der gemeinnützig anerkannten DGG. Hauptberufliches Personal als staatliche oder auch kirchliche/verbandliche Tätige unterstützen und fördern uns und wir sie dabei.

Freiwilligkeit – Wir richten uns mit verbindlichen und offenen Angeboten an junge Menschen. Teilnahme und Engagement beruhen immer auf Freiwilligkeit.

Nachhaltigkeit – Wir achten in unserer Arbeit auf die Bewahrung der Schöpfung als Grundlage allen Lebens. Dabei forcieren wir einen schonenden Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Unterricht und Erziehungsarbeit – Wir beachten die professionellen Grundprinzipien der Schulpädagogik einer demokratischen Gesellschaft und des Klassensprechers Rudi, GWS 1995: „Sexualerziehung gibt es praktisch nur theoretisch!“ Wenn außerschulische Experten zum Unterricht herangezogen werden, besprechen wir mit ihnen diese Voraussetzungen für die Kooperation und achten auf die Einhaltung.

ANGEBOTE

Sexualität – Wir reflektieren unser Handeln nach Ziel-, Kunden-, Team- und Ressourcenorientierung mit wissenschaftlichen Methoden und setzen uns in Aus-, Fort- und Weiterbildungen mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinander. Uns ist bewusst, dass das menschliche Leben eine Vielfalt von Möglichkeiten zur Lebensgestaltung und Lebensführung bereit hält.

Menschen – Wir bieten uns als Begleiter und Ansprechpartner couragiert in unserem Sinne an. In Unterricht und Erziehung suchen wir miteinander nach Lösungen für die anstehenden oder übertragenen Aufgaben.

Gemeinschaft – Wir fördern Begegnung, Kommunikation und Beziehung in gegenseitigem Einvernehmen. Missbräuchliche Übergriffe werden nicht geduldet und nicht toleriert.

Vielfalt – Wir bieten und entwickeln eine große Bandbreite von Formen der Jugendarbeit — orientiert an den Bedürfnissen junger Menschen und aktuellen Entwicklungen.

Bildung – Wir ermöglichen und fördern persönliche Entwicklung durch außerschulische Bildung und informelles Lernen – prozessorientiert und bewertungsfrei.

Überzeugung/Glaube – Wir eröffnen durch unser Leben und Handeln zeitgemäße Zugänge zu Bildung und Erziehung, Berufsleben und Gesellschaft. Der individuelle Glaube als Religionszugehörigkeit  spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Räume – Wir richten das uns zur Verfügung stehende Angebot von räumlichen und finanziellen Möglichkeiten an den Bedürfnissen junger Menschen aus — diese Angebote dienen immer der Begegnung, Bildung und Entfaltung.

Zielorientierung

 Sexualerziehung ja – Sexualisierung nein,

 Wissen schützt und Bildung nützt!