Compliance – Erklärung der DGG

Kassel/Hamburg 9/2014 Vertrauen ist gut, Compliance ist besser

Der Zuspruch zu dieser Thematik und Problematik wächst. Mehr als 75% der Großunternehmen setzen heute auf Compliance, so eine Befragung der Luther-Universität Halle- Wittenberg.
Wie sieht es damit bei der DGG eV aus, – auch wenn wir kein großes Unternehmen sind?
Die Frage beantwortet der Vorsitzende im Selfie-Interview im August 2014 als Nach-Gestaltung eines ADAC-Motorwelt-Beitrages „Feform für Vertrauen“, 9/2014, S. 58

  • Worun geht es bei Compliance? Eigentlich um eine Selbstverständlichkeit, nämlich die Pflicht, sich an Recht, Gesetz und Ordnung  zu halten und allgemein gültige und gesellschaftlich anerkannte Richtlinien, moralische und ethische Regeln anzuwenden. Compliance als Begriff fasst alle Prozesse  und Vorkehrungen zusammen, die eine Firma, eine Institution, ein Verein und auch die DGG als öffentliche Gesellschaftsorganisation zur Erfüllung der satzungsgemäßen Pflichten hat. Im Wortsinn bedeutet das, klare Regeln vereinbaren und durch geeignete Mitteilung, Veröffentlichung oder/und Fortbildung/Schulung den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in allen – auch ehrenamtlichen – beruflichen Situationen den richtigen, sauberen Weg zu weisen. Wichtig ist dabei, die Einhaltung der vereinbarten Standards zu kontrollieren. Das darf man nicht dem Zufall überlassen.
  • Gibt’s bei der DGG Regeln und Kontrolle? Es gibt hausinterne Regeln, darunter auch eine Ethik-Richtlinie zum Selbstverständnis, die auf einer Jahrestagung schon vor Jahren beschlossen und auf der Internetseite veröffentlicht wurde. Die DGG ist demokratisch nach Vereinsrecht aufgebaut und schon dadurch in vielerlei öffentlich bewährte Regelungen eingebunden. Die Kontrolle geschieht durch die satzungsgemäß verfassten Gremien und durch die regelmäßige Vorlage der Unterlagen hinsichtlich der Förderwürdigkeitsprüfung durch das Finanzamt. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder kontrollieren durch aktive Anteilnahme und durch angebotene Möglichkeit zur Rückmeldung gleichermaßen. Eine eigene Compliance-Abteilung würde unseren personellen und organisatorischen Rahmen sprengen.
  • Sind die Mitarbeiter dadurch beruhigt? Das Gefühl habe ich innerhalb der Vereinsarbeit. Ich beobachte vielmehr starkes Interesse an uns nicht Nichtmitgliedern und öffentlichen Einrichtungen sowie interessiertem Fachpersonal an unserer Arbeit und an unseren Methoden. Auch, weil wir uns kontrolliert und beobachtet fühlen, wollen wir mit dem Vereinsvermögen, das uns die Mitglieder übertragen haben, verantwortungsvoll und gewissenhaft umgehen. Dass dieser Begriff als selbstverständliche Verpflichtung zur Beachtung eines Compliance-Systems empfinden wir im Verein auch mit unseren Kooperationspartnern wohltuend, keinesfalls als Gängelei oder Anlass zu Misstrauen. Alle erkennen den Vorteil: Wer sich an diese Vorgaben hält, darf sich sicher und geschützt fühlen. Wie  ist das gemeint? Unser Compliance-System sieht grundsätzlich und gerade bei Zweifelsfragen immer ein  Mehr-Augen-Prinzip vor, wie es die übliche demokratisch begründete Vorstandsarbeit vorsieht. Wenn jemand also unsicher ist, ob sein Verhalten gegen Regeln verstoßen könnte, findet er einen qualifizierten, vertraulichen Ansprechpartner und befindet sich nicht allein gelassen.
  • Wo sind exemplarisch in der DGG Compliance kritische Bereiche? Der klassische Fall sind Geldzuwendungen und Einladungen. Darf ich mich beispielsweise als Vorsitzender von einer Pharma-Firma aufs Oktoberfest einladen lassen? Darf ich gar selber als Vorsitzender zur Kunden- bzw. Mitgliederbetreuung einladen? Sind sog. Dienst- oder Geschäftsreisen vielleicht verkappte Vergnügungsreisen? Gibt es bei Aufträgen zur Mitarbeit im ehrenamtlichen Bereich überhöhte Zuwendungen? Kommen sensible oder geheime Daten an externe Dritte, vielleicht sogar gegen Geld? Vermischt jemand satzungsgemäß dienstliche und private Interessen? Sind die Beweggründe bei wichtigen Dingen wirklich transparent? Werden irgendwo und irgendwie Mitarbeiter oder auch andere Institutionen, vereine, Gesellschaften und ihre Positionen wie Personen diskriminiert oder gemobbt, angefeindet oder im Ruf wissentlich und willentlich geschadet?
  • Was droht bei Verstößen? Es droht insbesondere ein massiver Imageschaden der DGG als öffentlich anerkannte Gesellschaft bis hin zu Schadensforderungen an die Verantwortlichen und selbstredend auch der Verlust der Förderwürdigkeit beim Finanzamt und das Abspringen von meist langjährigen Kooperationspartnern. Das ist der wesentliche Grund, warum wir wie Firmen/Unternehmen großen Wert auf ein wirkungsvolles Compliance-System legen.

Wir als DGG signalisieren:

Systematisches Fehlverhalten hat bei uns keine Chance!

Das Selfie-Interview wird damit für die Mitglieder der DGG und ihre Partner zu einem „EUCHIE“ – für euch gedacht, gemacht und selbstverständlich praktiziert.