Presse

Presseerklärung zum Welt-AIDS-Tag 1.12.2011
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Würzburg/Bonn/Berlin

Magic Johnson macht den Unterschied von HIV und AIDS deutlich. Das verstehen auch Schüler. Die DGG als Vereinigung der deutschsprachigen Sexualerzieher unterstützen die jährlich bundesweite Aktion „Gemeinsam gegen Aids“. In den letzten Jahren werde sie auch effektiver von Schülern und ihren Lehrkräften mitgetragen. Der Bundesvorsitzende der DGG, Diplompädagoge Linus Dietz, empfiehlt allen Schulen am Welt-AIDS-Tag: „Lesen Sie am 1.12. mit Ihren Kindern die Zeitung. Schülerinnen und Schüler sollten sich an diesem Tag im Unterricht zusammen mit ihren Lehrkräften intensiv mit den Aktionen zum Welt-AIDS-Tag beschäftigen!“ Es hat sich erfolgreich gezeigt und bewährt, dass die Massenmedien diesen Tag nutzen. Sie stärken das allgemeine Bewusstsein für die notwendige Prävention. „Aktionen wie „Zeitung in der Schule“ leisten an diesem Tag ganz besonders wertvolle Dienste für die unterrichtliche Vorbeugung von HIV-Infektionen und der einfühlsamen Diskussion der AIDS-Problematik“, so Dietz. Die uns alle verpflichtende schulische Sexualerziehung sollte an diesem Tag von den Schulleitungen wieder einmal unter dem Gesichtspunkt Aufklärung und Solidarität in den Blick genommen werden. Es besteht kein Grund zur Entwarnung, auch nicht wenn Infizierte inzwischen 20 und mehr Jahre mit HIV leben, wie Super-Johnson: Weiterhin infizieren sich Tausende Menschen in Deutschland und riskieren ein stark belastetes Leben. AIDS ist nach wie vor nicht heilbar. Wir dürfen bei der Aidsprävention nicht nachlassen. Die DGG mahnt auch in diesem Jahr die Kultusministerkonferenz und alle Kultusminister an, nach 40 Jahren schulisch verpflichtender Sexualerziehung für alle Schulen aller Schularten auf allen Schulstufen, „endlich ihre Hausaufgaben zu machen und die in den Richtlinien selbst vorgegebene Fortbildung für die Lehrkräfte in allen Stufen der Lehrerbildung zu ermöglichen“, äußerte sich Linus Dietz von der DGG gegenüber der Presse. „Hilfreich sei es für die nachhaltige Koordination dieser notwendigen Aufgabe, auf Regierungsebene eine Fachberaterstelle und vor Ort eine gut sortierte Mediathek für effektiven Unterricht zu dieser menschlichen Dramatik einzurichten.

Mit freundlichen Grüßen bitten wir Sie weiterhin um Engagement.

LINUS DIETZ, BUNDESVORSITZENDER DGG E.V

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23.01.2012 18:10
Presseemitteilung zur bevorstehenden EU-Kinderpornografie-Richtlinie
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Montag, 7. März 2011

Jugendliche & junge Erwachsene sind keine Kinder

Erklärung der deutschsprachigen sexualwissenschaftlichen Gesellschaften zur bevorstehenden EU-Kinderpornografie-Richtlinie
bzw. Adolescents & Young Adults are no ChildrenDeclaration by German speaking sexological associations on the pending EU-Childpornography-Directive

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07.03.2011 14:23
Pressemitteilung zum Welt-Aids-Tag 2010
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Die Deutsche Gesellschaft für Sexualerziehung hat Priorität auf gesundheitliche Aufklärung gelegt mit ausdrücklichem Einschluss der sexuellen Gesundheit unter dem Dach der WHO und WAS (World Association for Sexual Health). Wir arbeiten wie eine pädagogische Fachbehörde als Ansprechpartner nicht nur für unsere Mitglieder. Kritik und Beratung von Behörden bis in die Ministerien und die Kultusministerkonferenz gehören zu den wesentlichen Aufgaben.

WAD 2010 – Positiv zusammen leben – aber sicher!

Würzburg/Berlin/Bonn, 30. November 2010. Zum Welt-Aids-Tag unterstützen wir das jährliche Motto durch Informationen und Mitmachwunsch an unsere Mitglieder sowie Institutionen und Schulen. „Positiv zusammen leben – aber sicher!“ stellt gerade auch in Schulen wesentliche Aspekte in den Mittelpunkt.

In der Walle-Schule arbeiten hierzu die neunten Klassen mit ihren Lehrkräften zusammen mit dem Team der AIDS-Beratungsstelle. Direkt Betroffen sind eingeladen, um die Kampagne in ihrer Bedeutung für HIV-positive Menschen und deren Bezugspersonen konkret erfahrbar zu machen durch einen möglichst authentischen Einblick in ihr Leben.

„Leider“, so stellt Linus J. Dietz für die DGG fest, „ist es in den Jahren seit dem Ausbruch von AIDS nicht gelungen, alle Lehrkräfte ins Boot der Aufklärung zu bringen, weil insbesondere die Ausbildung für Lehrkräfte an der Uni das Problem nicht in die Lehrpläne aufnimmt und später im Seminar und im Schuldienst die dafür notwendige sexualpädagogische Fortbildung konsequent seit Jahrzehnten ignoriert wird.“ Aus Anlass des Welt-Aids-Tages muss dieses ignorante Verhalten angeprangert werden: Sexualerziehung ist in der von Medien bestimmten Welt der jungen Leute ein MUST für Unterricht und Erziehung. „Die NOGO-Haltung der Schulbehörden ist nicht nachzuvollziehen!“, so die Pressemitteilung der DGG.

Wir fordern eine Sexualpädagogische Bildungsinitiative: „Nachhaltige Sexualerziehung benötigt professionelle Aus-, Fort- und Weiterbildung“. Nach den Vorgaben der Richtlinien aller Länder ist sexualpädagogische Fortbildung der Lehrkräfte „expressis verbis“ vorgesehen, um den gesetzlichen Auftrag in allen Schulen aller Schularten auf allen Schulstufen wahrzunehmen zu können. „Wenn die Lust entartet, zur Sucht, zur Last und zum Verbrechen wird, ist auch die sexualpädagogische Einmischung Pflicht von uns allen, insbesondere aber nicht nur am WELT-AIDS-TAG“, so Linus J. Dietz.
Weitere Informationen leistet die Frankfurter Erklärung der DGG von 2010:
Couragiertes Engagementfür eine sexualpädagogische Bildungsoffensive…
fordert die DGG auf der Jahrestagung am 19. April 2010  in die Räume des Amtes für Lehrerbildung Hessen anlässlich der sexualpädagogischen Fachdiskussion „Dialogforum – Sexualpädagogische Bildungsinitiative: „Nachhaltige Sexualerziehung benötigt professionelle Aus-, Fort- und Weiterbildung“.
Nach den Vorgaben der Richtlinien aller Länder ist sexualpädagogische Fortbildung der Lehrkräfte „expressis verbis“ vorgesehen, um den gesetzlichen Auftrag in allen Schulen aller Schularten auf allen Schulstufen wahrzunehmen zu können.
Nach den derzeitig hitzigen Diskussionen um sexuellen Missbrauch, Medienverwahrlosung durch ausuferndes Internet und auch um gesellschaftlich belastende Homophobie ist diese Forderung mehr als notwendig. Insbesondere Vertreter von Eltern- und Lehrerverbänden sind an uns herangetreten, für die Lehrkräfte in den Schulen endlich bessere Bedingungen für geschlechtliche Aufklärung im Unterricht zu schaffen. Dazu gehöre übrigens auch, die individuelle Chancengerechtigkeit von Buben und Mädchen in der Sexualpädagogik zu beherzigen, wird dabei wiederholt betont.
Wir haben uns mit dem aktuellen Stand der hessischen Lehrerfortbildung in Sachen Sexualpädagogik und Prävention sowie den aktuellen „heißen Eisen“ wissenschaftlichen beschäftigt. Mit der Resolution soll ein gangbaren Weg für die drei Phasen der Lehrerbildung vorgeschlagen werden: Ausbildungszeiten sind zu eröffnen mit staatlichen Mitteln in Phase I bei der pädagogischen Ausbildung im Grund-Studium, bei der Fortbildung in der Phase II, der Seminar für Referendare und Junglehrkräfte sowie fakultative Weiterbildung in der Phase III als zeitgemäßes wissenschaftliches Update nach dem bewährten Weg von „BestPractice“.
Wir erhoffen uns Unterstützung für eine sexualpädagogische Fortbildungsoffensive durch die Beteiligung von unseren Mitgliedern, Interessierten, Vertretern aus den Landesministerien, dem Bundesbildungsministerium sowie den Eltern- und Lehrerverbänden. Wir bitten alle an diesem Prozess Beteiligten um couragiertes Engagement für diese längst fällige Grundlagenarbeit. Sollten Sie einen (auch finanziellen) Beitrag leisten wollen und können, so bitten wir um Engagement: Wenn die Lust entartet, zur Sucht, zur Last und zum Verbrechen wird, ist auch die sexualpädagogische Einmischung Pflicht von uns allen, insbesondere aber nicht nur am WELT-AIDS-TAG.

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08.12.2010 19:38
Pressemitteilung Jahrestagung 2009
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**Pressemitteilung der DGG vom März 2009:**

*Würzburger Appell*
Die Begabungen von Buben und Mädchen müssen künftig in gleichem, aber geschlechtssensiblem Maße gefördert werden.

„Bessere Entwicklungsbedingungen und mehr Chancengerechtigkeit beim Lernerfolg von Jungen und Mädchen können wir nur realisieren, wenn wir berücksichtigen, dass sich Mädchen und Jungen unterschiedlich entwickeln.  Diesbezügliches  Engagement ist deshalb gerade bei
Unterrichtsstunden zum Thema Sexualität und bei sexualpädagogischen Interaktionen geboten“. Im Sinne der Chancengerechtigkeit kann eine Lösung nur darin bestehen, „Lehrkräfte für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mädchen und Jungen zu sensibilisieren. Entsprechend müssen wir auch den Unterricht gestalten“, so Diplompädagoge und Schulleiter Linus Dietz, der anlässlich der 31. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtserziehung e.V. (DGG) in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt wurde, beim „Würzburger Appell“. Trotz  40 Jahren schulisch verpflichtender
Sexualerziehung in allen Klassen aller Schulstufen in allen Schularten ist außer den Richtlinien und Lehrplänen nichts geklärt. Fort-, Aus- und Weiterbildung sind nach wie vor „hinter dem Mond“ , wie der Ehrenvorsitzende Professor Dr. Norbert Kluge zum wiederholten Male in Würzburg attestierte. Der Ehrenvorsitzende der DGG stützte die aktuellen Forderungen mit Forschungsergebnissen, die belegen, wie fragil  die Entwicklung männlicher Kinder ist und wie sehr sie auf geschlechtsbezogene pädagogische Impulse angewiesen sind. Die  Ehrenvorsitzende Professor Dr. Karla Etschenberg belegt mit einem Beitrag über „Heimliche Sexual-(mit)erzieher“, der sich schwerpunktmäßig mit „Porno-Rap“ befasst, welchen problematischen Botschaften insbesondere männliche Jugendliche durch die Medien ausgesetzt sind.  Wir seien alle, so Linus  Dietz, „zu größter Wachsamkeit in den Schulen aufgefordert, um hier gegenzusteuern.“ Erfreulich sind Berichte über unterstützende Beiträge  regionaler Beratungsstellen für die  schulische Sexualerziehung. Aber auch hier fehlen oftmals männliche Mitarbeiter zur Umsetzung geschlechtsbezogener Sexualerziehung.
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09.08.2009 23:47
Pressemittelung 9/2007 zur Jahrestagung in Berlin
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dpa

Deutsche Gesellschaft für Geschlechtserziehung DGG e.V.
Geschäftsstelle Würzburg

Pressemittelung 9/2007 zur Jahrestagung in Berlin

Wertorientierung stützt wissenschaftlich begründete Sexualerziehung


Der Vorsitzende Linus Dietz bei der Bilanz von Rainer Nielsen

Linus J. Dietz, Rektor und Diplompädagoge aus Würzburg, wurde als Präsident der in der DGG organisierten Sexualpädagogen auf der Jahrestagung 2007 in Berlin wieder gewählt: „Kooperation der sexualpädagogisch unterschiedlich motivierten Organisationen als Herausforderung für die nächste Wahlperiode mit dem Fernziel eines gemeinsamen Dachverbandes“.

Bei der 30. Arbeitssitzung der DGG wurde die arbeitsreiche Periode der letzten zwei Jahre erfolgreich bilanziert, neue Arbeitsvorhaben artikuliert und die nächste Tagung zur Erinnerung an die Gründung der DGG vor 30 Jahren nach Bonn für Anfang März 2008 beschlossen. „Insbesondere“, so führte die Ehrenvorsitzende Prof. Dr. Karla Etschenberg aus,“Protagonisten der Gründerzeit der schulisch verpflichtenden Sexualerziehung sollen sich zur aktiven Teilnahme angesprochen fühlen und mit der Geschäftsstelle Kontakt aufnehmen“. Die lebhafte Diskussion fasste der einstimmig wieder gewählte Bundesvorsitzende Linus Dietz zusammen: „Auch eine ausschließlich wissenschaftlich begründete Sexualerziehung muss sich auf eine konsensfähige Wertorientierung stützen. Eine ausufernde Permissivität in den Medien, der Werbung und im gesellschaftlichen Leben allgemein darf von pädagogisch Engagierten nicht unwidersprochen bleiben.“

Für die Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit wurde dies in der Resolution Nr. 30 zusammengefasst.

Berlin, Resolution 2007 der DGG:

Die Deutsche Gesellschaft für Geschlechtserziehung ist als Anwalt und Lobby einer wissenschaftlich begründeten Sexualerziehung nötiger als je zuvor in einer permissiven Gesellschaft, die kaum noch Tabus und Grenzen zu akzeptieren scheint. Die DGG will alle Menschen unterstützen, ihre Sexualität aufgeklärt und selbst bestimmt zu gestalten. Die Ermutigung zur Auseinandersetzung mit Werten, die in der Öffentlichkeit kaum mehr eine Rolle zu spielen scheinen, gehört in Elternhaus und Schule dazu. Wertorientierung ist eine Option, die Jugendlichen wie Erwachsenen nicht vorenthalten werden darf. Darin sind sich verantwortungsbewusste Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und Lehrkräfte in allen Erziehungsfeldern einig.

Linus J. Dietz, Bundesvorsitzender und Präsident der DG

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21.02.2008 19:37
Axel Büssem
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dpa Rostock

Behinderte/Sexualität/ (Zusammenfassung…, – dpa-Gespräch)
Sex- gehört für Sexualerzieher zur Menschenwürde Behinderter

Rostock (dpai/mv) – Ein erfülltes Sexualleben gehört nach Ansicht von Sexualerziehern zur Menschenwürde Behinderter. «Sexualität ist gerade für Behinderte ein Stück Lebensenergie, das oft unterschätzt wird», sagte Linus Dietz, Bundesvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtserziehung (DGG), am Freitag in einem dpa-Gespräch am Rande der DGG-Jahrestagung in Rostock/Warnemünde. Das Thema werde in der Gesellschaft immer noch tabuisiert. «Oft denken Nichtbehinderte, das gehört sich nicht.»
Eine Ausnahme bildeten inzwischen sexuelle Beziehungen von Menschen mit Down-Syndrom, die unter anderem durch Darstellungen in verschiedenen Filmen weitgehend akzeptiert seien. Aber etwa bei Spastikern oder Menschen mit schweren Missbildungen herrscht weiterhin vielfach Intoleranz.» Gerade beim Thema Kinder kriegen oder Heiraten gebe es Vorbehalte. «Aber Behinderte haben das gleiche Recht auf eine glückliche Familie wie Nichtbehinderte», betonte Dietz.
Ein Thema, das in der Öffentlichkeit kaum diskutiert werde, sei die sexuelle Praxis Körperbehinderter. «Es gibt häufig Fälle, bei denen Geschlecht und Geist zwar funktionieren, aber der Körper so behindert ist, dass der Betroffene ohne Hilfe keinen Sex haben kann», sagte Dietz- Als Beispiele nannte er Muskelschwund oder Querschnittslähmung, Menschen bei denen auch die Arme gelähmt sind. Rechtlich und moralisch problematisch sei dabei die Assistenz durch Familienangehörige und/oder Schulpersonal. «Für Eltern ist das eine schwere Belastung. Sie sehen die Sehnsucht ihrer Kinder, aber auch die Grenzen, ihnen helfen zu können.» Eine andere Lösung sei eine Spezialprostitution, die mancherorts angeboten werde.

«Bei der Spezialprostitution besteht allerdings auch die Gefahr, dass der Behinderte sich in die Prostituierte verliebt. Darum ist die Sexualerziehung Behinderter besonders wichtig», mahnte Dietz. Derzeit habe er allerdings den Eindruck, dass auf Grund leerer Kassen auf diesem Gebiet mit zuerst gespart werde. «In der Sexualerziehung wollen wir den Behinderten auch beibringen, wie sie Sexualpartner richtig einschätzen können.» Es bestehe eine große Missbrauchgefahr, da Behinderte oft nicht erkennen könnten, weiche Absichten ihr Partner verfolgt. «Ein Rezept, wo die Grenze zwischen sexueller Entfaltung und Missbrauch zu ziehen ist, habe ich auch nicht.»

(Intemet. Deutsche Gesellschaft für Geschlechtserziehung: www.dgg-ev-bonn.de) dpa lb yymv
Grundsätzlich sucht die DGG Verbündete, um zu helfen, dass Behinderte und Nichtbehinderte in allen unterschiedlichen Lagen die Formen ihrer Sexualität selbst bestimmen können. Das gehört zu den im Grundgesetz verbrieften Recht auf unantastbare Menschenwürde und allen zustehenden Freiheitsrechte sowie dem Diskriminierungsverbot, weil man anders ist. Sexualerziehung in und außerhalb der Schule soll Behinderten und Menschen mit Handikap helfen, ihre verbliebenen Möglichkeiten zu nutzen, um so auch ihren Selbstwert und die gesellschaftliche Achtung zu steigern.
Insbesondere fordert die Mitgliederversammlung 2004 in der Resolution von Warnemünde:
– Vor Gericht ist z. B. bei Fällen von Missbrauch auch den Behinderten das gleiche Recht auf Prüfung der Glaubwürdigkeit zuzugestehen.
– Vor der Drucklegung von einschlägigen Veröffentlichungen darf kein Druck auf Autoren ausgeübt werden, aus falscher Rücksichtnahme auf den Ruf der Institution.

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15.09.2006 10:51
Presserklärung
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an die örtliche und regionale Presse

THEMA Welt-AIDS-Tag 2003

DGG als Klagemauer der Sexualpädagogik

Linus J. Dietz, Rektor und Diplompädagoge aus Würzburg wurde in Eisenach für weitere zwei Jahre als Bundesvorsitzender der DGG (Deutsche Gesellschaft für Geschlechtserziehung) gewählt.

Zum Weltaidstag 2003 mit dem Motto „Ausgrenzung abwehren“ muss den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und Lehrkräften klar gemacht werden, dass es sich nicht nur um die Angst vor der eigenen Ansteckung handelt, die bewältigt werden muss, sondern um die menschenwürdige Begleitung von zahlreichen Menschen, die sich bereits infiziert haben. Ihre Lebensbegleitung ist nicht einfach. Aber sie ist machbar. Den Umgang mit sich, mit anderen, Gesunden wie Kranken, kann man lernen. Das Problem „Verschweigen“ hilft dabei nicht. Heute müsste niemand mehr an eigener Dummheit sterben. Die DGG mahnt einmal mehr das sexualpädagogische Engagement und die Umsetzung in die Praxis an. Insoweit empfindet sich nicht nur der Vorsitzende als Klagemauer in der schulpädagogischen Landschaft. Es ist vollkommen unverständlich, dass in den Zeiten des Internet immer noch in den Schulen behauptet werden könne, man wisse nichts von den einschlägigen Gesetzen und Richtlinien. Auch die DGG kann man unter ww.dgg-ev-bonn.de danach absuchen.

Das wissenschaftliche Podium der in der DGG organisierten Sexualpädagogen Deutschlands beleuchtete in einem Hearing die derzeitige Situation der in allen Schulen und Schularten verpflichtende Sexualerziehung in die eine AIDS-Prävention grundsätzlich eingebettet sein müsse. Die Sexualpädagogen bilanzierten in der Eisenacher Resolution die dringendsten Forderungen:

RESOLUTION der DGG 2003 in Eisenach: Sexualerziehung Quo Vadis?
Eine bessere Sexualerziehung ist nötig und möglich

Sexualpädagogen benötigen wissenschaftliche Qualifikation. Schule, Fachkräfte und Eltern müssen kooperieren. Sexualpädagogische Forschung als wissenschaftliche Basis für Sexualerziehung  in Elternhaus und Schule wird gefordert. Sexualität gehört in ein das soziale  Miteinander und die Gesundheit förderndes Gesamtkonzept eingebunden.

Die in der DGG organisierten Sexualpädagogen empfehlen Aufklärung und Beratung von früher Kindheit an. Das erklärende und einfühlsame Gespräch mit Eltern und dazu qualifizierten Erwachsenen vermittelt positive Informationen und Hilfen zur Erziehung und Selbsterziehung. Die Sexualerziehung  wurde am 3.10.1968 von der Kultusministerkonferenz aller Länder als verpflichtender, Fächer übergreifender Unterricht in die Schulen eingeführt. Die Europäische Kommission der Menschenrechte 1976, das Bundesverfassungsgericht 1977, das Bundesverwaltungsgericht 1979 und die Weltgesundheitsorganisation WHO 1997 bestätigten die Bedeutung der Sexualerziehung durch Gesetzgebung. Schule und Elternhaus, selbst die Öffentlichkeit, insbesondere die Medien sollten sich kooperativ beteiligen.

Experten aus Deutschland, Ungarn und Polen diskutierten auf einem Fachpodium in Eisenach, warum die Art von Aufklärung, so wie sie im Moment erfolgt, nicht funktioniert oder funktionieren kann. Die Bilanz ist frustrierend. Trotz vielfältigem pädagogischen Einsatz geschieht  Das Erste Mal  immer früher und ungeschützt. Die Zunahme der Schwangerschaften und der Abtreibungen junger Schulmädchen von 10 bis 14 Jahren ist erschreckend, genauso wie die Zunahme von Infektionen.

Die DGG  fordert als Konsequenz eine sexualpädagogische Forschungsstelle an einer Universität für eine angemessene Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer und verwandter Berufsgruppen. Supervision muss fester Bestandteil jeder pädagogischen  Praxis werden. Unerfüllte Forderungen sind daher um so mehr Anlass, die in Gesetzen und Richtlinien aufgegebenen Ziele in Familie, Schule und Öffentlichkeit couragiert anzugehen.

Der Bundesvorsitzende Linus J. Dietz steht am 1. Dezember grundsätzlich für Interviews und Rückfragen zur Verfügung. Eine Anmeldung hierzu ist wünschenswert unter der email-adresse.

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15.09.2006 10:50
Presseinformation
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Sex im Fernsehen regt an<br><br>Nachahmung bei Teenagern festgestellt<br><br>Chicago (ap) Sex im Fernsehen regt Jugendliche offenbar zur Nachahmung an. Zu diesem Schluss kommen US-Wissenschaftler in einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ erschienen ist. Jugendliche, die viele Sendungen mit Sex-Szenen oder auch nur Gesprächen über Sexualität schauten, hätten im Schnitt früher Geschlechtsverkehr als andere, berichten die Forscher. Für die Untersuchung wurden insgesamt 1792 Jugendliche im Abstand von einem Jahr zwei Mal nach ihren Fernsehgewohnheiten und eigenen sexuellen Erfahrungen gefragt. Bei Jugendlichen, die zum ersten Erhebungszeitpunkt häufig Sendungen mit sexuellen Inhalten schauten, war der Anteil derjenigen, die ein Jahr später erstmals Geschlechtsverkehr gehabt hatten, deutlich höher als in der Vergleichsgruppe, heißt es in der Studie. Dieser Zusammenhang bleibe auch bestehen, wenn weitere Faktoren wie Alter, Alter der Freunde und Schulnoten berücksichtigt würden, schreiben die Forscher. Die Befragten waren zwischen zwölf und siebzehn Jahren alt. Gefragt wurde nach 23 beliebten Fernsehsendungen, die nach Ansicht der Wissenschaftler häufig sexuelle Handlungen zeigen oder thematisieren, darunter die Serien „Friends“ und „Sex and the City“. <br>

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15.09.2006 10:49