{"id":1269,"date":"2023-01-25T12:34:19","date_gmt":"2023-01-25T11:34:19","guid":{"rendered":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/?p=1269"},"modified":"2023-01-30T12:46:26","modified_gmt":"2023-01-30T11:46:26","slug":"25-januar-2023-zur-situation-in-afghanistan-als-sx-ed-quasi-fortbildung-durch-insider-wissen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/2023\/01\/25\/25-januar-2023-zur-situation-in-afghanistan-als-sx-ed-quasi-fortbildung-durch-insider-wissen\/","title":{"rendered":"25. Januar 2023 &#8211; Zur Situation in Afghanistan            als Sx-Ed &#8211; Quasi-Fortbildung durch Insider-Wissen"},"content":{"rendered":"\n<p>Peter und Anne Marie Schwittek sind mir und der DGG pers\u00f6nlich bekannt (siehe Brief unten). Sie leben seit vielen Jahren vorwiegend in Afghanistan und k\u00fcmmern sich mit dem Verein OFARIN* insbesondere um Grund- und Vorschulbildung von Kindern und der Unterricht f\u00fcr Frauen. Dieses Anliegen wird von uns auch durch finanzielle Spenden unterst\u00fctzt. F\u00fcr fachspezifische didaktisch-methodische Fragen steht auch die Beratungsstelle der DGG seit vielen Jahren zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ofarin Rundbrief<\/strong> 1\/2023<\/p>\n\n\n\n<p>Warum interessieren mich und uns die Menschen auf dem Land in diesem fast unbekannten und weit entfernten Land? Wenn wir \u00fcberhaupt etwas in unseren Medien \u00fcber Afghanistan erfahren, dann sind es \u00c4u\u00dferungen von Regierungsvertretern oder aber Klagen von M\u00e4dchen, die zur Schule gehen oder studieren wollen, aber nicht d\u00fcrfen. Die Verlautbarungen f\u00fchrender Taliban verursachen oft Kopfsch\u00fctteln. Die lernwilligen M\u00e4dchen werden bedauert. Die verstehen wir. Sie wollen das, was Gleichaltrige bei uns k\u00f6nnen. Wir sind emp\u00f6rt, dass Afghaninnen nichts lernen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anne Marie und ich wissen aber von sehr vielen Afghanen, die in unseren Medien nicht vorkommen. Die ticken anders. Doch wenn man die Bedingungen sieht, unter denen sie leben, versteht man, dass sie so ticken, wie sie ticken.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Menschen leben in D\u00f6rfern und Zelten, im Gebirge und in der Steppe. Sie sind Bauern oder Nomaden oder auch Handwerker (M\u00fcller, B\u00e4cker, Schmiede, KfZ-Handwerker, Brunnenbauer).<\/p>\n\n\n\n<p>In den l\u00e4ndlichen Gegenden, wo sie leben, d\u00fcrfen Frauen und M\u00e4dchen von M\u00e4nnern, die nicht zum engsten Familienkreis geh\u00f6ren, nur total verschleiert gesehen werden. In manchen l\u00e4ndlichen Gegenden m\u00fcssen Frauen, wenn sie ein Kind bekommen, das allein in einer Abstellkammer erledigen. In anderen l\u00e4ndlichen Gegenden d\u00fcrfen Frauen immerhin bei Geburten helfen. Afghaninnen bekommen viele Kinder. Wehe, wenn sie keine Kinder kriegen! Oder fast genauso schlimm: Wehe, wenn sie nur M\u00e4dchen geb\u00e4ren!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kommt es zu dieser Geringsch\u00e4tzung der Frau?<\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Sinne war Afghanistan nie ein entwickelter Staat. F\u00fcr die Bev\u00f6lkerung \u2013 zumal auf dem Land \u2013 gab es keine staatliche Justiz, keine Gerichte, keine Polizei. Aber was macht der Einzelne, wenn ein anderer ihn bestiehlt? Wenn ein anderer ihn \u00f6ffentlich beleidigt? Ja, wenn der andere ihn umbringen will \u2013 und es gibt keine Polizei? Dann muss sich dieser Einzelne selber wehren, auch mit Gewalt. Er muss um sein Eigentum, um sein Leben und um das seiner Familie k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz fr\u00fcher gab es tats\u00e4chlich keine staatlichen Gerichte und keine Polizei. Heute gibt es das. Aber Polizei und Justiz sind korrupt. An die wendet man sich lieber nicht. Also muss man auch heute entschlossen sein, selber zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Denken der Menschen im Gebirge und in den Steppen dreht sich sehr ums K\u00e4mpfen. Kampf ist ein ganz zentrales, dramatisches Ereignis. Da geht es um Leben oder Tod. Alles h\u00e4ngt davon ab, ob ein Mann sich im Kampf behauptet. Das bestimmt den Wert des Mannes f\u00fcr seine Familie. Kampf ist M\u00e4nnersache. Frauen mit ihren Kinderscharen sind beim Kampf nur l\u00e4stig. Frauen nehmen an diesem f\u00fcr ihre Familie so entscheidenden Geschehen nicht teil. Eine Frau kann, mit allem was sie leistet, f\u00fcr ihre Familie nie so wertvoll sein, wie ein guter K\u00e4mpfer \u2013 ein Mann.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gen\u00fcgt auch nicht, dass ein Mann ein guter K\u00e4mpfer ist. Die anderen Menschen m\u00fcssen wissen, dass er das ist. Mit der Familie eines guten K\u00e4mpfers legt man sich nicht an. Eine Familie muss den Ruf haben, dass sie wehrhaft ist. Hier kommt jetzt etwas ins Spiel, womit uns auch andere Menschen aus dem Orient oft nerven: Der Ruf der Familie \u2013 die \u201eEhre der Familie\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese bezieht sich aber nicht nur auf die Wehrhaftigkeit. Eine Beleidigung kann niemand auf sich sitzen lassen. Auch die kann zu Kampf und Totschlag f\u00fchren. Doch Beleidigungen von Familien, die einen tadellosen Ruf haben, gehen oft daneben. Die anderen Menschen wissen: Was da behauptet wird, stimmt nicht. In dieser Familie macht niemand so etwas Schlimmes. Der Beleidigte kann die feindselige Behauptung mit einer passenden Erwiderung ins Leere laufen lassen, und der Beleidiger hat seinen eigenen Ruf gesch\u00e4digt. Ist aber der Leumund seiner Familie fragw\u00fcrdig, kann sich der Beleidigte kaum mit Worten wehren. Dann muss er zur\u00fcckschlagen \u2013 ja schlagen. Es ist also wichtig, dass \u00fcber eine Familie nur Gutes gesagt werden kann, dass alle Familienmitglieder in \u00dcbereinstimmung mit den Normen der l\u00e4ndlichen Gesellschaft leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, man darf nicht einmal den Verdacht aufkommen lassen, dass sich ein Mitglied der Familie liederlich verh\u00e4lt. Hat z.B. ein M\u00e4dchen einen langen Schulweg, k\u00f6nnten b\u00f6se Nachbarn behaupten, dass sich das M\u00e4dchen mit fremden Jungen trifft. Die Familie des M\u00e4dchens kann die Behauptung kaum widerlegen. Sie wei\u00df ja nicht genau, was auf dem langen Schulweg passiert. Also ist der Ehre der Familie am besten gedient, wenn das M\u00e4dchen nicht zur Schule geht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Rechtsverst\u00e4ndnis der Afghanen auf dem Land ist Jahrtausende alt, viel \u00e4lter als der Islam. Es ist nicht nur Sache der Familien, sondern auch Sache der gr\u00f6\u00dferen ethnischen Strukturen, der Sippen, der Clans, und der St\u00e4mme. Auch die k\u00f6nnen kriegerisch aneinander geraten, z.B. um Landbesitz oder um Wasserrechte.<\/p>\n\n\n\n<p>Stammes\u00e4lteste \u2013 das sind angesehene M\u00e4nner \u2013 versuchen bei Streitf\u00e4llen zwischen Familien wie auch zwischen Sippen oder St\u00e4mmen Blutvergie\u00dfen zu begrenzen und Frieden zu stiften. Nach Beleidigungen versuchen sie, den Beleidiger dazu zu bringen, sich \u00f6ffentlich zu entschuldigen. Gelingt das, ist der Fall erledigt. Ist ein Mord geschehen, dr\u00e4ngen sie die Familie des Ermordeten dazu, ein Blutgeld von der Familie des M\u00f6rders als Kompensation anzunehmen. Wurden mehr Menschen get\u00f6tet, muss Eskalation vermieden werden. Wurden drei Menschen ermordet, muss die Gegenseite Blutrache nehmen. Sie muss auch drei M\u00e4nner t\u00f6ten \u2013 nicht mehr und nicht weniger. Genau dann ist die Beilegung der Feindschaft durch die Stammes\u00e4ltesten m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenn beide Parteien den Schlichtungsvorschlag der Stammes\u00e4ltesten annehmen, ist ein Streit beigelegt. Mehr ist nicht m\u00f6glich. Die Stammes\u00e4ltesten haben ja keine Polizei, die Rechtsfrieden erzwingen k\u00f6nnte. Mehr \u201eRecht\u201c als dieses Schlichtungsrecht kann eine Stammesgesellschaft nicht leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Afghanen, die auf dem Land leben, war das immer so. Alle haben die Regeln ihres Zusammenlebens verinnerlicht. Alle sind \u00fcberzeugt, dass diese Regeln die einzig m\u00f6glichen und richtigen sind. Ohne das Verbergen der Frauen vor der \u00d6ffentlichkeit, ohne die Ehre der Familie und ohne die Pflicht zur Blutrache k\u00f6nnen sie sich kein Zusammenleben vorstellen. Das geh\u00f6rt zu ihrer Identit\u00e4t. F\u00fcr Afghanen vom Land ist das alles ebenso wichtig wie f\u00fcr uns die Menschenrechte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war also mein Versuch, auf der Veranstaltung die Gesellschaft des l\u00e4ndlichen Afghanistans zu erkl\u00e4ren. Wir hatten pers\u00f6nliche Erfahrungen mit dem Leben der Menschen auf dem Land gemacht. Einige davon finden Sie auf unserer Homepage <a href=\"http:\/\/ofarin.org\/\">ofarin.org<\/a> und dort unter den \u201eEthnokrimis\u201c. Die k\u00f6nnen Sie abschnittsweise lesen oder ausdrucken.<\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Herbst trafen wir Khazan Gul, einen alten Freund in Afghanistan. Mit dem habe ich viel zusammen erlebt. Wir haben auch heftig miteinander gestritten. Vor allem habe ich viel von ihm \u00fcber die Menschen erfahren, unter denen er lebt. Khazan Gul hat in Deutschland studiert, ist danach in sein Dorf in Afghanistan zur\u00fcckgekehrt, weil er es f\u00fcr seine Pflicht hielt, sich f\u00fcr die Entwicklung seines Landes einzusetzen. \u00dcber die M\u00f6glichkeiten dieser Entwicklung hat er viel nachgedacht. Von anderen Afghanen unterscheidet er sich dadurch, dass er sich nicht wegen des Entwicklungsstandes seiner Heimat sch\u00e4mt, sondern offen und gerne dar\u00fcber spricht. Ein junges Paar, Monika Koch und Heiner Tettenborn haben Khazan Gul 2004 in seiner Heimat besucht und mit ihm beschlossen, sei Leben aufzuschreiben. Das geschah dann bei Treffen in Afghanistan, in der Schweiz und in Deutschland. 2013 ist es als Buch unter dem Titel \u201eDer Unbeugsame\u201c im Kahl-Verlag, Dresden erschienen (ISBN 978-3-938916-21-6).<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss nicht mit allen Gedanken, die in diesem Buch entwickelt werden, einverstanden sein, aber man bekommt einen sehr ehrlichen Einblick in das Leben im l\u00e4ndlichen paschtunischen Afghanistan, wo die Stammestraditionen sich besonders rein erhalten haben. Man erf\u00e4hrt, welche Regeln bei einer Blutrache eingehalten werden m\u00fcssen und wie sorgsam und weitsichtig vieles entschieden werden muss \u2013 z.B. die Partnerwahl f\u00fcr eine Ehe \u2013 um sp\u00e4tere Auseinandersetzungen unwahrscheinlich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Taliban kommen aus diesem stadtfernen Afghanistan. Die geschilderten Regeln sind f\u00fcr sie selbstverst\u00e4ndlich. Der Islam ist als Religion der St\u00e4mme in Arabien entstanden. Seitdem halten die Menschen im l\u00e4ndlichen Afghanistan die Regeln ihres Zusammenlebens sogar f\u00fcr g\u00f6ttliche Gebote, obwohl manche Stammesgesetze nicht mit dem islamischen Scharia-Recht \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit gut hundert Jahren versuchen afghanische Regierungen Afghanistan zu einem \u201emodernen\u201c Land zu machen. Sie haben Schul- und Wehrpflicht eingef\u00fchrt und versucht ein Justizsystem wie in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zu errichten. Fachministerien wurden geschaffen und Heere von Beamten. Diese Ma\u00dfnahmen wurden der Bev\u00f6lkerung nicht erl\u00e4utert, sondern von oben befohlen. Der islamische Klerus verlor an Einfluss auf die Schulerziehung und die Rechtsprechung und hintertrieb die Neuerungen. Etwa gleichzeitig begann Kamal Atat\u00fcrk die T\u00fcrkei auf \u00e4hnliche Art zu modernisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Modernisierungspolitik der Regierung bedrohte die traditionellen Regeln des Zusammenlebens der Menschen in den Steppen und im Gebirge und lie\u00dfen sie f\u00fcrchten, dass ihre Religion bedroht sei. Die Bewegung der Taliban setzte sich schlie\u00dflich milit\u00e4risch f\u00fcr die Verteidigung der herk\u00f6mmlichen Traditionen ein und behauptete sich. Sicher wurden die Taliban von Pakistan gef\u00f6rdert, doch das soll nicht davon ablenken, dass sie f\u00fcr die traditionellen Regeln ihres Zusammenlebens gek\u00e4mpft haben. Sie sind nicht aus einem islamistischen H\u00f6llenschlund gekrochen. Sie vertreten einen gro\u00dfen Anteil der afghanischen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Motto der Veranstaltung war \u201eAfghanistan \u2013 was nun?\u201c Die Teilnehmer waren gekommen, weil sie sich diese Frage auch gestellt hatten. Doch wir von OFARIN konnten und wollten diese Frage, die wir gestellt hatten, nicht beantworten. Der Westen hatte gerade versucht, in Afghanistan eine demokratische Staatlichkeit zu organisieren und war gescheitert. Der Westen kann eben nur eine auf Rechtsstaatlichkeit basierende Demokratie, und davon ist die afghanische Gesellschaft viel zu weit entfernt. \u201eDemokratie light\u201c gibt es nicht. Auch wenn der Westen viele Fehler, die er zweifellos in Afghanistan gemacht hat, vermieden h\u00e4tte, konnte das nicht klappen. Das wissen wir jetzt hinterher. Dann wei\u00df man immer vieles besser als vorher.<\/p>\n\n\n\n<p>Also wir \u2013 der Westen und auch wir von OFARIN \u2013 sollten uns zur\u00fcckhalten, und Afghanistan nicht schon wieder erkl\u00e4ren, wie ihr Staat aussehen muss. Wir k\u00f6nnen uns klar machen, wer die Akteure sind. Das war eingangs in unserer Veranstaltung versucht worden. Offensichtlich ist inzwischen, dass die Taliban mit ihren Vorstellungen vom Zusammenleben der Menschen nicht in der Lage sind, ein funktionierendes Staatswesen zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andrerseits k\u00f6nnen wir erg\u00e4nzen, dass die l\u00e4ndliche Stammesgesellschaft \u00fcber einige Voraussetzungen f\u00fcr ein gedeihliches Zusammenleben verf\u00fcgt. Bei den Sippen und St\u00e4mmen finden h\u00e4ufig lange dauernde Versammlungen statt. Dort werden gemeinsame Probleme diskutiert. Dabei lernt jeder die Interessen der anderen Familien kennen. Jeder kann die eigenen Entscheidungen so treffen, dass m\u00f6glichst alle anderen damit zurecht kommen. Das findet allerdings unter der Drohung statt, dass sich im Falle, dass derjenige, der die Interessen eines anderen grob verletzt, zu Kampf und Blutrache gezwungen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem zielen Versammlungen, der St\u00e4mme, Sippen und Clans auf einstimmige Beschl\u00fcsse ab. Mehrheitsbeschl\u00fcsse sind f\u00fcr eine verbleibenden Minderheit nicht bindend, denn es gibt keine Polizei des Stammes oder der Sippe, die die Minderheit zwingen k\u00f6nnte, der Entscheidung der Mehrheit zu folgen. Aber einstimmige Beschl\u00fcsse kommen in der Regel nur selten zu Stande. In der Regel sind die Interessenlagen dazu zu verschieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch m\u00fcssen die Afghanen ihre Zukunft selber in die Hand nehmen. Vermutlich ist es hilfreich, wenn andere L\u00e4nder dabei mit wohlwollender Beratung helfen. Doch dann m\u00fcssten Sie die Taliban-Regierung anerkennen und k\u00f6nnten Afghanistan auch wirtschaftlich besser unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>OFARINs Unterricht ist sicher f\u00fcr die Zukunft des Landes richtig. Er wird von der Bev\u00f6lkerung gerne akzeptiert. In einigen l\u00e4ndlichen Gebieten m\u00fcsste man bei der Einf\u00fchrung des Unterrichts f\u00fcr M\u00e4dchen etwas Geduld aufbringen. Aber in vielen l\u00e4ndlichen Gegenden ist der Wunsch nach Unterricht auch f\u00fcr M\u00e4dchen eher stark. Der Mann, der f\u00fcr alle Moscheen in der Provinz Logar zust\u00e4ndig ist, also ein hoher Taliban-Funktion\u00e4r, fragte uns im Herbst, ob wir nicht in seiner Heimat eine weitere Klasse f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen er\u00f6ffnen k\u00f6nnen. Er w\u00fcrde sich freuen, wenn seine Frau lesen und schreiben lernt. Wir konnten. Auf dem Land d\u00fcrfte der Wunsch nach Unterricht auch f\u00fcr M\u00e4dchen in absehbarer Zeit OFARINs wirtschaftliche M\u00f6glichkeiten weit \u00fcbersteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr sinnvoll w\u00e4re es, allen Kriegern der Taliban eine Grundausbildung im Lesen, Schreiben und Rechnen, wie sie OFARIN anbietet, angedeihen zu lassen. Diese M\u00e4nner brauchen Perspektiven f\u00fcr ein Leben ohne ihre Kalaschnikows. Andernfalls bleiben sie ein gef\u00e4hrliches Unruhepotential f\u00fcr eine friedliche Entwicklung. Eine solche Aufgabe liegt aber weit \u00fcber OFARINs M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe, Peter Schwittek<\/p>\n\n\n\n<p>* https:\/\/www.ofarin.org &#8211; Der Verein OFARIN e.V. wurde 1996 in Deutschland gegr\u00fcndet, um die Lebensbedingungen der Menschen in Afghanistan zu verbessern. Schwerpunkte der Projektarbeit sind die Grund- und Vorschulbildung von Kindern und der Unterricht f\u00fcr Frauen. OFARIN ist eine Abk\u00fcrzung von \u201eOrganisation zur F\u00f6rderung afghanischer regionaler Initiativen und Nachbarschaftshilfen\u201c. In den afghanischen Landessprachen Dari und Paschtu bedeutet \u201eOfarin!\u201c oder \u201eAfarin!\u201c soviel wie \u201ePrima!\u201c oder \u201eGenau richtig!\u201c &#8211; Die Unterst\u00fctzung dieser konkreten ehrenamtlichen Vor-Ort-Projektarbeit kann ich guten Gewissens empfehlen. <\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Spenden sind steuerlich abzugsf\u00e4hig.<\/span> Der Verein ist vom Finanzamt W\u00fcrzburg als&nbsp;gemeinn\u00fctzig anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spendenkonto<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>IBAN:&nbsp;DE85&nbsp;7905&nbsp;0000&nbsp;0360&nbsp;1044&nbsp;18<\/strong>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>BIC:\u00a0BYLADEM1SWU<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/2023-1-Ofarim-u-Maedchenbildudng.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von Einbettung von 2023-1-Ofarim-u-Maedchenbildudng..\"><\/object><a href=\"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/2023-1-Ofarim-u-Maedchenbildudng.pdf\">2023-1-Ofarim-u-Maedchenbildudng<\/a><a href=\"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/2023-1-Ofarim-u-Maedchenbildudng.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter und Anne Marie Schwittek sind mir und der DGG pers\u00f6nlich bekannt (siehe Brief unten). 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