{"id":204,"date":"2019-08-29T20:40:44","date_gmt":"2019-08-29T18:40:44","guid":{"rendered":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/wp\/?page_id=204"},"modified":"2020-12-01T14:51:43","modified_gmt":"2020-12-01T13:51:43","slug":"familien-und-sexualerziehung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/themen\/familien-und-sexualerziehung\/","title":{"rendered":"Sexualbildung der L\u00e4nder, in Bayern: Familien- und Sexualerziehung &#8211; F\u00e4cher\u00fcbergreifende Praxis"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Dokumentation\u00a0Wissenschaftliche Dienste Deutscher Bundestag 2016 &#8211;\u00a0WD 8 &#8211; 3000 &#8211; 071\/16\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/485866\/978f0a3aeab437dc5209f5a4be9d458d\/wd-8-071-16-pdf-data.pdf\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Sexuelle Vielfalt und Sexualerziehung in den Lehrpl\u00e4nen der Bundesl\u00e4nder&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dokumentation&nbsp;Wissenschaftliche Dienste Deutscher Bundestag 2016 &#8211;&nbsp;WD 8 &#8211; 3000 &#8211; 071\/16&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/485866\/978f0a3aeab437dc5209f5a4be9d458d\/wd-8-071-16-pdf-data.pdf\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Sexuelle Vielfalt und Sexualerziehung in den Lehrpl\u00e4nen der Bundesl\u00e4nder&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p><strong>Richtlinie und Lehrpl\u00e4ne zur Sexualerziehung, Stand 2003, BZgA, K\u00f6ln, ISBN 3-933191-95-5, <a href=\"https:\/\/www.forschung.sexualaufklaerung.de\">www.forschung.sexualaufklaerung.de<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Standards f\u00fcr Sexualaufkl\u00e4rung in Europa,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bzga.de\/\">www.bzga.de<\/a>, ISBN 978-3-937707-82-2\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Nicht nur f\u00fcr P\u00e4dagogen besteht Anlass zur Sorge, weil &#8230;<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Jugendliche immer fr\u00fcher sexuell ungesch\u00fctzt verkehren,<\/li>\n<li>der Trend zum Zeitpunkt f\u00fcr\u00b4s erste Mal gegen 14 Jahre sinkt,<\/li>\n<li>pro Jahr 5000 Jungm\u00e4dchen um 14 Jahre schwanger werden,<\/li>\n<li>die Zahl von HIV-\u00a0 und Hepatitis B- Infektionen best\u00e4ndig steigt,<\/li>\n<li>gewaltsame Akte und Missbrauch dramatische Ausw\u00fcchse zeigen,<\/li>\n<li>die Diskussionen um Kinderpornographie, Internet, sexistisches Frauenbild in den Medien und in der Werbung\u00a0 keine Erfolge zeigen,<\/li>\n<li>die Methoden zur Unterrichtung in den Schulen ebenso kritisch zu hinterfragen sind wie das Erziehungsverhalten in den Elternh\u00e4usern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zitat einer zu dieser Fortbildung eingeladenen 30 Dienstjahre sexualp\u00e4dagogisch abstinenten Lehrerin:<br \/><strong>\u201eHeuer gehe ich in Pension, da werde ich mich doch nicht noch mit Sexualerziehung beh\u00e4ngen!?\u201c<\/strong><\/p>\n<p><img class=\"alignleft size-full wp-image-205\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"169\" \/>\u00a0&#8230; und keiner hat\u00b4s gemerkt!<br \/><strong>Versagt die Schulaufsicht ?<\/strong><br \/>fragt die DGG<\/p>\n<p><strong>Band 04: Richtlinien und Lehrpl\u00e4ne zur Sexualerziehung in Schulen und au\u00dferhalb<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bzga.de\/pdf.php?id=564f538bd7671bb1844654fa6e3af646\">PDF-Dokument (1,45 MB)<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Sammlung von Lehrpl\u00e4nen weltweit<\/strong> \u2013 die &#8222;Curricula Workstation&#8220; ist online, PM 21.3.14<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Ein zentraler Zugang zu Lehrpl\u00e4nen aus aller Welt \u2013 mit diesem Ziel wurde die &#8222;Curricula Workstation&#8220; am Georg-Eckert-Institut entwickelt und im Juni 2013 in den \u00f6ffentlichen Testbetrieb gestellt. Ab sofort steht sie in einer optimierten und stabilen Version unter <strong><a href=\"http:\/\/curricula-workstation.edumeres.net\/\">http:\/\/curricula-workstation.edumeres.net\/<\/a><\/strong> zur Verf\u00fcgung. Sie bietet einen zentralen Zugang zu deutschen und internationalen Lehrpl\u00e4nen in gedruckter und elektronischer Form. Zudem erm\u00f6glicht sie weltweit und dauerhaft die Recherche nach derzeit fast 5.000 Lehrpl\u00e4nen der F\u00e4cher Geschichte, Geographie, Sozialkunde\/Politik und Werteerziehung\/Religion. Neben einer strukturierten Suche nach Lehrpl\u00e4nen \u00fcber die Eingabe des Landes, der Bildungsstufe, des Lernbereichs und des Erscheinungsjahres ist auch eine Volltextsuche in den elektronischen Lehrpl\u00e4nen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Zuletzt ver\u00f6ffentlicht und in Kraft gesetzt wurden die Bayerischen Richtlinien 12\/2016<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Richtlinien f\u00fcr die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums f\u00fcr Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst <\/strong><\/p>\n<p><strong>vom 15. Dezember 2016, Az. V.8-BS4402.41-6a.141202 <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>1 \u00a0Grunds\u00e4tze der Familien- und Sexualerziehung <\/strong>1 \u00a0Rechtliche Grundlagen\n<ul>\n<li>2 \u00a0Aufgaben und Ziele<\/li>\n<li>3 \u00a0Vermittlung\n<ul>\n<li>3.1 \u00a0Prinzipien<\/li>\n<li>3.2 \u00a0Aktionstag f\u00fcr das Leben<\/li>\n<li>3.3 \u00a0Unterrichtsmedien<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>2 \u00a0Themenbereiche der Familien- und Sexualerziehung <\/strong>1 \u00a0F\u00e4cher\u00fcbergreifende Umsetzung\n<ul>\n<li>2 \u00a0Humanbiologische Sachverhalte<\/li>\n<li>3 \u00a0Geschlechterrolle und Geschlechtsidentit\u00e4t<\/li>\n<li>4 \u00a0Selbstkonzept und Gesellschaft<\/li>\n<li>5 \u00a0St\u00e4rkung der sozialen und personalen Kompetenzen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>3 \u00a0Organisation der Familien- und Sexualerziehung an der Schule <\/strong>1 \u00a0Aufgaben der Schulleitung\n<ul>\n<li>2 \u00a0Aufgaben der\/des Beauftragten f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung<\/li>\n<li>3 \u00a0Aufgaben der Lehrkr\u00e4fte<\/li>\n<li>4 \u00a0Elterninformation<\/li>\n<li>5 \u00a0Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>4 \u00a0Pr\u00e4vention von sexueller Gewalt <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>4.1 Sexuelle Gewalt<br \/>4.2 Pr\u00e4ventionsstrategien<\/p>\n<p>4.2.1 Pers\u00f6nlichkeitsst\u00e4rkende Erziehungshaltung 4.2.2 Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule 4.2.3 Bedeutung der Medienumwelt<br \/>4.2.4 Sprechen \u00fcber sexuelle Gewalt<\/p>\n<p>4.3 Die Rolle von Schule und Lehrkr\u00e4ften in der Pr\u00e4ventionsarbeit<\/p>\n<p><strong>5 Inkrafttreten, Au\u00dferkrafttreten <\/strong><\/p>\n<p><strong>1 Grunds\u00e4tze der Familien- und Sexualerziehung <\/strong><\/p>\n<p><strong>1.1 Rechtliche Grundlagen <\/strong><\/p>\n<p>Familien- und Sexualerziehung ist Teil der gemeinsamen Erziehungsaufgabe von Erziehungsberechtigten und Schule. Dabei orientiert sich die Familien- und Sexualerziehung an den allgemeinen Bildungszielen, wie sie in Art. 131 der Bayerischen Verfassung (BV) sowie in Art. 1 und 2 des Bayerischen Gesetzes \u00fcber das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) ausgewiesen sind, ferner an den im Grundgesetz (GG) und in der BV festgelegten Wertentscheidungen, insbesondere der Achtung der pers\u00f6nlichen W\u00fcrde des Menschen und der freien Entfaltung seiner Pers\u00f6nlichkeit, der besonderen F\u00f6rderung von Ehe und Familie sowie des Rechts auf Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art. 100, 101, 107, 124, 125, 126 BV und Art. 1, 2, 4, 6 GG). Basis dieser grundlegenden Rechtsnormen ist ein Menschenbild, das ma\u00dfgeblich durch das Christentum und die Aufkl\u00e4rung gepr\u00e4gt ist. F\u00fcr die Grund-, Mittel- und F\u00f6rderschulen ist deshalb dar\u00fcber hinaus Art. 135 Satz 2 der BV ma\u00dfgebend, wonach die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nach den Grunds\u00e4tzen der christlichen Bekenntnisse zu unterrichten und zu erziehen sind (vgl. auch Art. 7 Abs. 3 und 4, Art. 7a Abs. 6 und Art. 19 Abs. 4 BayEUG).<\/p>\n<p>Ideologisierung und Indoktrinierung sind den Lehrkr\u00e4ften untersagt. Sie sind an die Wertentscheidungen und Bildungsziele gebunden, wie sie in der BV festgelegt sind. Die religi\u00f6sen Empfindungen (Art. 136 Abs. 1 BV) sowie das Pers\u00f6nlichkeitsrecht des Individuums, insbesondere der schutzw\u00fcrdige Intimbereich der einzelnen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, der Erziehungsberechtigten und der Lehrkr\u00e4fte sind zu achten.<\/p>\n<p>Art. 48 Abs. 1 bis 3 des BayEUG bestimmt dazu Folgendes:<\/p>\n<p><em>\u201e(1) Unbeschadet des nat\u00fcrlichen Erziehungsrechts der Eltern geh\u00f6rt Familien- und Sexualerziehung zu den Aufgaben der Schulen gem\u00e4\u00df Art. 1 und 2. Sie ist als altersgem\u00e4\u00dfe Erziehung zu verantwortlichem geschlechtlichen Verhalten Teil der Gesamterziehung mit dem vorrangigen Ziel der F\u00f6rderung von Ehe und Familie. Familien- und Sexualerziehung wird im Rahmen mehrerer F\u00e4cher durchgef\u00fchrt. <\/em><\/p>\n<p><em>(2) Familien- und Sexualerziehung richtet sich nach den in der Verfassung, insbesondere in Art. 118 Abs. 2, Art. 124, Art. 131 sowie Art.135 Satz 2 festgelegten Wertentscheidungen und Bildungszielen unter Wahrung der Toleranz f\u00fcr unterschiedliche Wertvorstellungen. <\/em><\/p>\n<p><em>(3) Ziel, Inhalt und Form der Familien- und Sexualerziehung sind den Erziehungsberechtigten rechtzeitig mitzuteilen und mit ihnen zu besprechen.&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Aus dem Ineinandergreifen des nat\u00fcrlichen Erziehungsrechts der Eltern, des Erziehungsrechts des Staates und dem Pers\u00f6nlichkeitsrecht der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ergibt sich die Notwendigkeit einer engen und vertrauensvollen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule. Das verpflichtet die Schule zu rechtzeitiger und ausreichender Information der Eltern und zur Aussprache mit ihnen \u00fcber Ziele, Inhalte und Form der Durchf\u00fchrung der Familien- und Sexualerziehung in der Schule.<\/p>\n<p><strong>1.2 Aufgaben und Ziele <\/strong><\/p>\n<p>Sexualit\u00e4t ist Teil der menschlichen Existenz. Familien- und Sexualerziehung in der Schule begleitet den k\u00f6rperlichen, geistigen und seelischen Reifungsprozess der Kinder und Jugendlichen. Damit dies gelingen kann, ist eine wertsch\u00e4tzende Atmosph\u00e4re Voraussetzung.<\/p>\n<p>Sie vermittelt wissenschaftlich gesicherte altersangemessene und ausgewogene Informationen \u00fcber den eigenen K\u00f6rper und \u00fcber menschliche Sexualit\u00e4t.<br \/>Die Familien- und Sexualerziehung unterst\u00fctzt die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dabei, kognitive, soziale und kommunikative Kompetenzen f\u00fcr ihren Umgang mit Sexualit\u00e4t sowie f\u00fcr Partnerschaften und Familienleben zu entwickeln. Dabei werden folgende Schwerpunkte gesetzt (jeweils kursiv gedruckt):<\/p>\n<p><em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erwerben auf altersangemessene Weise ein sachlich begr\u00fcndetes Wissen zu Fragen der menschlichen Sexualit\u00e4t und lernen, angeleitet durch ihr Wertempfinden und ihr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere, sich dazu angemessen und wertsch\u00e4tzend sprachlich auszudr\u00fccken. <\/em><\/p>\n<p>Familien- und Sexualerziehung tr\u00e4gt dazu bei, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihre eigene k\u00f6rperliche und geistig-seelische Entwicklung nicht unvorbereitet erleben, ihre Geschlechtlichkeit, die damit verbundenen Gef\u00fchle, die gegebene geschlechtliche Identit\u00e4t sowie sexuelle Orientierung wahrnehmen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erkennen, dass Sexualit\u00e4t unterschiedliche Aspekte umfasst wie Lebensfreude, K\u00f6rperlichkeit, Fortpflanzung sowie die F\u00e4higkeit Beziehungen zu gestalten und Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Schule begleitet Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf ihrem Weg zu Eigenverantwortung und Selbstbestimmung sowie Gemeinschafts- und Dialogf\u00e4higkeit. Sie leistet einen Beitrag dazu, dass Kinder und Jugendliche sexuelle Identit\u00e4t als Teil der Pers\u00f6nlichkeit eines Menschen auffassen.<\/p>\n<p><em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler verstehen, dass Menschen ihre Geschlechtlichkeit unterschiedlich empfinden k\u00f6nnen und im Rahmen ihrer moralisch-ethischen Vorstellungen selbstverantwortet ihr Leben gestalten. <\/em><\/p>\n<p>Familien- und Sexualerziehung f\u00f6rdert Einstellungen, die zur Entwicklung eines empathischen und verantwortungsbewussten Umgangs miteinander erforderlich sind. Sie stellt die besondere Bedeutung von Ehe und Familie f\u00fcr den Fortbestand von pers\u00f6nlicher und staatlicher Gemeinschaft heraus und bezieht hier auch feste Lebenspartnerschaften mit ein. <em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erfahren, dass Liebe und Partnerschaft zum Empfinden von Gl\u00fcck und Sinnerf\u00fcllung beitragen k\u00f6nnen und erkennen die m\u00f6gliche Bedeutung von andauernder Partnerschaft, Ehe und Familie f\u00fcr die Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit. <\/em><\/p>\n<p>Die gemeinsame Erziehung von M\u00e4dchen und Jungen in der Klassengemeinschaft und im Schulleben f\u00f6rdert gegenseitiges Verst\u00e4ndnis, partnerschaftliches Verhalten und Einstellungen, die zur Entwicklung einer gleichberechtigten, verantwortbaren Partnerschaft erforderlich sind. Fragw\u00fcrdige Rollenbilder bzw. -vorbilder sowie Identifikationsfiguren, auch durch Medien vermittelte, werden deutlich gemacht und hinterfragt.<\/p>\n<p><em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erleben Sensibilit\u00e4t, Achtung und einen wertsch\u00e4tzenden Umgang als Gewinn f\u00fcr das soziale Miteinander in einer Gesellschaft. Sie wissen um die Schutzbed\u00fcrftigkeit und die Menschenw\u00fcrde ungeborenen Lebens. Sie verstehen, dass das sexuelle Selbstbestimmungsrecht Teil der Menschenrechte ist und der W\u00fcrde des Menschen Rechnung tr\u00e4gt. <\/em><\/p>\n<p>Die Folgen und Risiken sexuellen Handelns werden ins Bewusstsein ger\u00fcckt. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an den weiterf\u00fchrenden Schulen erwerben biologisch- medizinisches Wissen \u00fcber sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten (STD), \u00dcbertragungswege und Verl\u00e4ufe, den HI-Virus und die Immunschw\u00e4cheerkrankung AIDS1.<\/p>\n<p><em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler achten auf K\u00f6rperhygiene. Sie wissen um die Folgen und Risiken sexuellen Handelns. Kenntnisse \u00fcber sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten leiten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu einem reflektierten Verhalten an. Sie verstehen die Notwendigkeit eines achtsamen Umgangs mit Infektionsrisiken f\u00fcr sich und andere und kennen wirksame Schutzm\u00f6glichkeiten. Sie wissen um die Notwendigkeit \u00e4rztlicher Behandlung im Falle einer Infektion. <\/em><\/p>\n<p>Die Pr\u00e4vention von sexueller Gewalt ist ein wichtiger Bestandteil der Familien- und Sexualerziehung. Grundlage aller Pr\u00e4vention ist die Ausbildung und F\u00f6rderung eines gesunden K\u00f6rper- und Selbstbewusstseins bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern.<\/p>\n<p><em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollen um die Gefahr sexueller \u00dcbergriffe wissen. Sie kennen und erkennen Gefahrenquellen f\u00fcr sexuelle \u00dcbergriffe und Gewalt. <\/em><\/p>\n<p>1 Richtlinie zur AIDS Pr\u00e4vention, GemBek vom 15. M\u00e4rz 1989 (KWMBl I S. 72), ge\u00e4ndert durch KMBek vom 30. August 1989 (KWMBl I S. 265)<\/p>\n<p><em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcben sich in Selbstbehauptung und erlernen pr\u00e4ventive Verhaltensweisen und Handlungsstrategien, um in Situationen sexueller Bel\u00e4stigung und Aggression angemessen reagieren zu k\u00f6nnen. <\/em><\/p>\n<p>Ein weiterer Pr\u00e4ventionsbaustein ist eine zeitgem\u00e4\u00dfe Medienkompetenz.<\/p>\n<p><em>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler lernen fr\u00fchzeitig auf nicht altersgem\u00e4\u00dfe bzw. jugendgef\u00e4hrdende Bilder oder Texte, auch akustisch vermittelte, angemessen im Sinne des Selbstschutzes zu reagieren. Das schlie\u00dft das Wissen \u00fcber Datensicherheit, Pers\u00f6nlichkeitsrechte und den kritischen Umgang mit aktuellen Informations- und Kommunikationstechniken ebenso ein, wie die Anleitung zu reflektiertem Verhalten. <\/em><\/p>\n<p><strong>1.3 Vermittlung <\/strong><\/p>\n<p>Die Vermittlung der Familien- und Sexualerziehung tr\u00e4gt in ihren Prinzipien und den eingesetzten Medien den Gedanken der BV Rechnung, die sowohl im GG, als auch im BayEUG ihre Verankerung gefunden haben.<\/p>\n<p><strong>1.3.1 Prinzipien<br \/><\/strong>Die Inhalte der Familien- und Sexualerziehung werden <strong>objektiv, entwicklungs- und altersgem\u00e4\u00df <\/strong>dargestellt und in einer angemessenen, sachlich korrekten Ausdrucksweise, die niemanden herabsetzt, vermittelt. Dies geschieht sensibel und situationsgerecht.<br \/>Der Unterricht ist getragen vom <strong>Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Situation des jungen Menschen und von der Achtung vor seiner Person. <\/strong>Dem offenen Gespr\u00e4ch mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern kommt dabei besondere Bedeutung zu. Es dominiert ein lebensbejahender, sexualfreundlicher Grundtenor. Beachtet werden das Informationsbed\u00fcrfnis der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie die besonderen Gegebenheiten in der Klasse und der jeweiligen Lebenswelt. M\u00f6gliche emotionale Auswirkungen rational vermittelter Sachinformationen werden mit bedacht. Stimulation wie auch Ver\u00e4ngstigung durch Schilderungen oder Bilddemonstrationen und emotionalisierende Methoden (u.a. durch handlungsorientierte interaktive Einbeziehung der K\u00f6rper) sind unzul\u00e4ssig.<br \/><strong>Inklusive Situationen <\/strong>erfordern dabei in besonderem Ma\u00dfe einen klaren Blick auf die vielf\u00e4ltigen Bed\u00fcrfnisse sowie einen sensiblen und r\u00fccksichtsvollen Umgang aller Beteiligten miteinander unter Achtung sowohl der individuellen Situation der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler als auch der der gesamten Gruppe.<\/p>\n<p><strong>1.3.2 Aktionstag f\u00fcr das Leben <\/strong><\/p>\n<p>Das GG verpflichtet den Staat, menschliches Leben zu sch\u00fctzen. Bereits dem ungeborenen menschlichen Leben kommt Menschenw\u00fcrde zu. Diese Schutzpflicht gr\u00fcndet in Art. 1 Abs. 1 GG und wird durch Art. 2 Abs. 2 GG n\u00e4her bestimmt. F\u00fcr die Schulen ergibt sich daraus die Aufgabe, die W\u00fcrde auch des ungeborenen Lebens herauszustellen, Verantwortung gegen\u00fcber dem ungeborenen Kind zu wecken und den Willen zum Schutz des ungeborenen Lebens bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zu st\u00e4rken. In <strong>Erg\u00e4nzung zur unterrichtlichen Wissensvermittlung \u00fcber den ungeborenen Menschen und sein Lebensrecht <\/strong>soll daher an den weiterf\u00fchrenden Schulen nach M\u00f6glichkeit j\u00e4hrlich ein \u201eAktionstag f\u00fcr das Leben\u201c unter Einbezug der Sch\u00fclermitverantwortung und der Eltern durchgef\u00fchrt werden. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Fragen soll die Einsicht in die Notwendigkeit von Werten den Willen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler festigen, im Sinne dieser Werte verantwortliche Entscheidungen zu treffen. Eine <strong>f\u00e4cher\u00fcbergreifende Zusammenarbeit <\/strong>hinsichtlich der vielf\u00e4ltigen rechtlichen, ethischen, sozialen, kulturellen und politischen Bez\u00fcge scheint ebenso wie eine Zusammenarbeit mit anderen Schulen und staatlich anerkannten oder kirchlichen Beratungsstellen f\u00fcr Schwangerschaftsfragen sinnvoll. <strong>Sch\u00fclerzentrierte Elemente, <\/strong>z.B. Diskussionsrunden mit Fachleuten oder theaterp\u00e4dagogische Angebote, sollten im Vordergrund der Planung stehen. Dabei sind die in 3.2 aufgef\u00fchrten Rahmenbedingungen zu beachten.<\/p>\n<p><strong>1.3.3 Unterrichtsmedien <\/strong><\/p>\n<p>Unterrichtshilfen zur Veranschaulichung der biologischen Sachverhalte der Familien- und Sexualerziehung d\u00fcrfen nur w\u00e4hrend der unterrichtlichen Behandlung in der jeweiligen Klasse Verwendung finden. Aus Unterrichtsr\u00e4umen, besonders solchen, die von verschiedenen Klassen benutzt werden, werden Lehrmittel zur Sexualerziehung nach Beendigung der jeweiligen Unterrichtsstunde wieder entfernt. Bei der Auswahl audiovisueller Medien werden das Interesse und die Aufnahmef\u00e4higkeit der jeweiligen Altersstufe ber\u00fccksichtigt. <strong>Kein Medium darf ohne vorherige vollst\u00e4ndige Sichtung durch die Lehrkraft und ohne Abgleich mit den Intentionen der Richtlinien f\u00fcr die Familien- und Sexualerziehung im Unterricht eingesetzt werden. <\/strong>Die Inhalte der Medien stimmen mit den in Art. 48 BayEUG geforderten Werten und Normen \u2013 wie sie auch in der BV niedergelegt sind \u2013 \u00fcberein. Audiovisuelle Unterrichtshilfen, die f\u00fcr die Jahrgangsstufen 1 bis 6 in Betracht kommen, werden vor ihrem Einsatz im Unterricht in Klassenelternversammlungen vorgestellt (vgl. auch 3.4).<\/p>\n<p><strong>2 Themenbereiche der Familien- und Sexualerziehung <\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1 F\u00e4cher\u00fcbergreifende Umsetzung <\/strong><\/p>\n<p>Die Ziele der Familien- und Sexualerziehung werden nicht in einem eigenen Unterrichtsfach, sondern im Rahmen mehrerer F\u00e4cher verwirklicht. Nicht alle F\u00e4cher tragen dabei in gleichem Ma\u00dfe zur Familien- und Sexualerziehung bei, aber alle F\u00e4cher k\u00f6nnen Inhalte der Familien- und Sexualerziehung aufgreifen. Die Vermittlung geschieht im Fachunterricht oder fach\u00fcbergreifend \u2013 z.B. mittels Absprache oder Teamteaching.<\/p>\n<p>Je nach Schulart und entsprechenden Jahrgangsstufen dient der Kl\u00e4rung \u201e<strong>humanbiologischer Sachverhalte<\/strong>\u201c in erster Linie der Unterricht in den F\u00e4chern: Heimat- und Sachunterricht (HSU), Natur und Technik, Biologie, Physik\/Chemie\/Biologie (PCB). Die Themen \u201e<strong>Geschlechterrolle und Geschlechtsidentit\u00e4t\u201c <\/strong>sowie \u201e<strong>Selbstkonzept und Gesellschaft\u201c <\/strong>erschlie\u00dfen vor allem die gesellschaftswissenschaftlichen sowie musischen F\u00e4cher in enger Zusammenarbeit mit den F\u00e4chern Religionslehre, Ethik und Deutsch. Die <strong>Entwicklung von sozialen und personalen F\u00e4higkeiten <\/strong>geschieht im Miteinander des Schullebens und ist Aufgabe aller F\u00e4cher.<\/p>\n<p>Der zeitliche Umfang der Familien- und Sexualerziehung richtet sich im Fachunterricht der einzelnen Jahrgangsstufen nach den Unterrichtszielen und der jeweiligen Situation in der Klasse. Alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollen die Gelegenheit erhalten, die f\u00fcr die Jahrgangsstufen vorgesehenen Kompetenzen zu erwerben. Situationsgerecht und altersgem\u00e4\u00df kann auf Sch\u00fclerfragen oder aktuelle Anl\u00e4sse jederzeit unabh\u00e4ngig von der nachfolgenden Themenzuordnung zu einzelnen Jahrgangsstufen eingegangen werden.<\/p>\n<p><strong>2.2 Humanbiologische Sachverhalte <\/strong><\/p>\n<p>Vermittelt werden die f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der menschlichen Sexualit\u00e4t notwendigen sachlichen und begrifflichen Grundlagen. Den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern soll dabei bewusst werden, dass biologische Gegebenheiten beim geschlechtlichen Verhalten eine wichtige Rolle spielen, k\u00f6rperliches Lustempfinden zu sexuellem Handeln motiviert und die Entstehung neuen menschlichen Lebens beg\u00fcnstigt. Sexualverhalten und Fortpflanzung des Menschen sowie das Empfinden der eigenen Geschlechtlichkeit werden als biologische Abl\u00e4ufe dargestellt, die durch Verantwortung des Menschen f\u00fcr sich selbst und seinen N\u00e4chsten zu gestalten sind. Gesundheitsvorsorge, das Wissen um Hygiene und Fach\u00e4rzte geh\u00f6ren ebenso zu diesem Themenbereich wie das Wissen \u00fcber sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten, \u00dcbertragungswege, Krankheitsverl\u00e4ufe, Therapiem\u00f6glichkeiten und die Vermeidung einer Ansteckung. Die Vermittlung \u00fcbernehmen je nach Schulart und Alter der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die <strong>F\u00e4cher Heimat- und Sachunterricht (HSU), Natur und Technik, Biologie und Physik\/Chemie\/Biologie (PCB) sowie Mensch und Umwelt (MU). <\/strong><\/p>\n\n<table id=\"tablepress-3\" class=\"tablepress tablepress-id-3\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<th class=\"column-1\">Jahrgangsstufen<\/th><th class=\"column-2\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">1, 2<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tbenennen sichtbare k\u00f6rperliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Geschlechter (ohne detaillierte anatomisch-physiologische Einzelheiten) \u2028<br \/>\n\u2022\twenden selbstst\u00e4ndig Ma\u00dfnahmen der K\u00f6rperhygiene an; erl\u00e4utern die Grundregeln beim Waschen (Gesundheitsf\u00f6rderung) \u2028<br \/>\n\u2022\t <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">3, 4 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tbenennen Geschlechtsmerkmale bei Jungen und M\u00e4dchen \u2028<br \/>\n\u2022\tbeschreiben Anzeichen von Pubert\u00e4t, Reifungserscheinungen \u2028<br \/>\n\u2022\twenden erweiterte Regeln der K\u00f6rperhygiene selbstst\u00e4ndig an \u2028<br \/>\n\u2022\thaben eine klare Vorstellung von der Entwicklung menschlichen Lebens, von \u2028der Zeugung bis zur Geburt \u2028<br \/>\n\u2022\t <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">5, 6, 7 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\twissen um die entwicklungsbedingten strukturellen Gemeinsamkeiten der weiblichen und m\u00e4nnlichen Geschlechtsorgane und um deren geschlechtsspezifische Funktionen (u.a. Menstruation, Ejakulation) \u2028<br \/>\n\u2022\tstrukturieren ihr Wissen zu Geschlechtsakt, Befruchtung, Schwangerschaft und Geburt \u2028<br \/>\n\u2022\tbeachten Regeln zur Hygiene der Geschlechtsorgane und wissen um deren Bedeutung zur Vermeidung von Krankheiten <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">8<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tvertiefen ihr Wissen \u00fcber die biologische Bedeutung der Sexualit\u00e4t (u.a. Fortpflanzung, Partnerbindung) \u2028<br \/>\n\u2022\twissen um die Bedeutung der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentit\u00e4t \u2028<br \/>\n\u2022\terkennen die Bedeutung der Hormone f\u00fcr die Sexualit\u00e4t des Menschen \u2028<br \/>\n\u2022\tverstehen Empf\u00e4ngnisregulation als M\u00f6glichkeit ungewollte Schwangerschaft \u2028zu vermeiden und erkennen die Bedeutung von Kondomen auch als \u2028Infektionsschutz \u2028<br \/>\n\u2022\tleiten aus dem Wissen \u00fcber die Wirkungsweise und Wirksamkeit \u2028verschiedener empf\u00e4ngisverh\u00fctender Methoden und Mittel Folgerungen f\u00fcr \u2028verantwortungsbewusste Empf\u00e4ngnisregulation und Gesundheitsvorsorge ab \u2028<br \/>\n\u2022\tstrukturieren ihr Wissen \u00fcber sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten: \u2028\u00dcbertragungswege, Symptome, Pr\u00e4ventionsm\u00f6glichkeiten, Impfungen, \u2028Therapiem\u00f6glichkeiten (u.a. HI-Virus, Chlamydien) \u2028<br \/>\n\u2022\tachten den Schutz des ungeborenen Lebens (Aktionstag f\u00fcr das Leben) und \u2028ber\u00fccksichtigen dabei ihr Wissen zur Entstehung menschlichen Lebens, Schwangerschaft und Mutterschutz sowie Empf\u00e4ngisverh\u00fctung und Schwangerschaftsabbruch \u2028<br \/>\n\u2022\tsind offen und aufgeschlossen f\u00fcr eine regelm\u00e4\u00dfige Gesundheitsvorsorge und ggf. Beratung durch den Facharzt \u2028<br \/>\n\u2022\terfassen die Auswirkungen und Gefahren von Alkohol- und Drogenkonsum im Zusammenhang mit Sexualit\u00e4t \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">9, 10 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tsetzen sich mit den Themen Vererbung und genetisch bedingte Erkrankungsrisiken auseinander \u2028<br \/>\n\u2022\tbef\u00fcrworten Gesundheitsvorsorge und eine gesunde Lebensf\u00fchrung (u.a. Verzicht auf Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum) in der Schwangerschaft \u2028<br \/>\n\u2022\tverstehen den Fruchtbarkeitsverlauf und die Fertilit\u00e4tsphase beim Menschen \u2028<br \/>\n\u2022\tvergegenw\u00e4rtigen sich die Gefahren von sexueller Gewalt (auch in den \u2028Medien) und sind motiviert, sich und andere davor zu sch\u00fctzen (siehe 4.2.3) \u2028<br \/>\n\u2022\terkennen die Bedeutung der fr\u00fchkindlichen Mutter-Kind-Beziehung \/ \u2028Eltern-Kind-Beziehung \u2028<br \/>\n\u2022\tnehmen Stellung zu ethischen Konfliktfeldern in den modernen \u2028Lebenswissenschaften \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">11, 12, 13<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\terkennen die Bedeutung der elterlichen F\u00fcrsorge f\u00fcr ein Kind \u2028<br \/>\n\u2022\treflektieren unter Einbeziehung ethischer Implikationen Fertilit\u00e4t und \u2028Kinderwunsch im Spannungsfeld von Krankheiten, Erkrankungsrisiken, genetischer Familienberatung sowie Pr\u00e4natal- und Perinatalmedizin, ggf. Reproduktionsmedizin \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-3 from cache -->\n<p><strong>2.3 Geschlechterrolle und Geschlechtsidentit\u00e4t <\/strong><\/p>\n<p>Thematisiert werden die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit, die Begegnung mit dem anderen und eigenen Geschlecht sowie das Verh\u00e4ltnis der Geschlechter zu- und miteinander.<br \/>Kinder und Jugendliche sollen ein positives Selbstverst\u00e4ndnis vom eigenen K\u00f6rper und der eigenen Sexualit\u00e4t entwickeln k\u00f6nnen. Auf der Suche nach der eigenen Geschlechterrolle und -identit\u00e4t werden medial inszenierte sexualisierte Bilder, Rollenbilder und K\u00f6rpervorstellungen hinterfragt. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler entlarven unterschwellige sexuelle Botschaften in Bildern, Texten oder Musik und entwickeln selbstbewusst eigene Vorstellungen von K\u00f6rperlichkeit, Sexualit\u00e4t und Identit\u00e4t. Sie begreifen, dass freie Entfaltung und sexuelle Selbstbestimmung ihre nat\u00fcrliche Grenze im Recht anderer und in der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung finden. Sie sprechen angemessen und wertsch\u00e4tzend \u00fcber Gef\u00fchle und Sexualit\u00e4t; einen rohen, sexualisierten und diskriminierenden Sprachgebrauch lehnen sie ab.<\/p>\n<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler verstehen, dass ein wertsch\u00e4tzender, verantwortungsbewusster und selbstbestimmter Umgang mit Sexualit\u00e4t dazu beitr\u00e4gt, lebenslang erf\u00fcllende Sexualit\u00e4t erfahren zu k\u00f6nnen. In h\u00f6heren Jahrgangsstufen werden vor dem Hintergrund der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Bedeutung von Ehe und Familie unterschiedliche Lebensformen und sexuelle Orientierungen (Hetero-, Homo-, Bisexualit\u00e4t) vorurteilsfrei von der Lehrkraft angesprochen.<\/p>\n<p>Die Vermittlung der Inhalte zum Themenfeld \u201eGeschlechterrolle und Geschlechtsidentit\u00e4t\u201c k\u00f6nnen je nach Schulart und Alter der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die <strong>F\u00e4cher Deutsch, Kunst, Musik, Religionslehre und Ethik <\/strong>u.a. \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-4\" class=\"tablepress tablepress-id-4\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<th class=\"column-1\">Jahrgangsstufe<\/th><th class=\"column-2\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">1, 2 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tbestimmen Erwartungen an die eigene Person und sehen bei Rollenerwartungen und Rollenklischees einen Zusammenhang mit ihrem Geschlecht als Junge oder M\u00e4dchen \u2028<br \/>\n\u2022\tachten Aussehen und Empfindungen als Zeichen der Einzigartigkeit jedes Einzelnen \u2028<br \/>\n\u2022\tsch\u00e4tzen das eigene Verhalten und die Wirkung auf andere ab \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">3, 4 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tentwerfen und reflektieren ein erstes Selbstbild und Zukunftsvarianten \u2028<br \/>\n\u2022\tfragen nach Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung der eigenen \u2028Person \u2028\u2022\t <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">5, 6 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tidentifizieren sich mit dem eigenen K\u00f6rper, fragen nach Selbstbild und Fremdwahrnehmung \u2028<br \/>\n\u2022\tordnen unterschiedliche Qualit\u00e4ten von N\u00e4he ein \u2028<br \/>\n\u2022\tkonkretisieren Werte f\u00fcr die eigene Person \u2028<br \/>\n\u2022\tunterscheiden die Qualit\u00e4t von Beziehungen: Bekanntschaft, Freundschaft, \u2028von Liebe getragene Beziehungen zu Eltern, Geschwistern und Partnern, virtuelle Beziehungen \u2028<br \/>\n\u2022\t <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">7, 8 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tuntersuchen anhand der Begriffe Verantwortung und Selbstverwirklichung unterschiedliche Beziehungsformen \u2028<br \/>\n\u2022\tachten das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, akzeptieren unterschiedliche Empfindungen \u2028<br \/>\n\u2022\tw\u00e4gen Formen der K\u00f6rpermodifikation gegeneinander ab und bedenken die Verantwortung f\u00fcr den eigenen K\u00f6rper \u2028<br \/>\n\u2022\tfragen nach Erwartungen, Bed\u00fcrfnissen und Sehns\u00fcchten, die ihre Selbstidentit\u00e4t pr\u00e4gen \u2028<br \/>\n\u2022\treflektieren die eigenen Kriterien bei der Partnersuche und -wahl \u2028<br \/>\n\u2022\tschl\u00fcsseln die Vielfalt der unter dem Geschlechtsbegriff subsumierten \u2028Aspekte auf: biologisches Geschlecht, selbst empfundene \u2028Geschlechtsidentit\u00e4t und Rollenverst\u00e4ndnis \u2028<br \/>\n\u2022\terschlie\u00dfen und erl\u00e4utern Aussagen zu Liebe und Sexualit\u00e4t aus Sicht der \u2028Religionen \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">9, 10<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tdiskutieren das Zusammenwirken von biologischem Geschlecht, Rollenzuschreibung und individuellem Rollen- und Geschlechtsverst\u00e4ndnis \u2028<br \/>\n\u2022\tlehnen klischeehafte Rollenzuweisungen f\u00fcr sich und andere ab \u2028<br \/>\n\u2022\tachten die eigene sexuelle Orientierung und die sexuelle Orientierung \u2028anderer (Hetero-, Homo-, Bisexualit\u00e4t); achten und wissen um Trans- und \u2028Intersexualit\u00e4t \u2028<br \/>\n\u2022\tsondieren die Einfl\u00fcsse von Kultur, Medien und Peergroup auf \u2028Lebensgestaltung und -planung <br \/>\n\u2022\tnehmen den eigenen K\u00f6rper an und hinterfragen K\u00f6rperideale \u2028<br \/>\n\u2022\tpr\u00fcfen ihre Anspr\u00fcche an zwischenmenschliche Beziehungen und an eine \u2028Partnerschaft \u2028<br \/>\n\u2022\t\u00fcberdenken kritisch Selbstverleugnung und Selbstbehauptung in einer \u2028Partnerschaft \u2028<br \/>\n\u2022\terkennen Sexualit\u00e4t als m\u00f6gliche Quelle von Lebensfreude \u2028<br \/>\n\u2022\tdiskutieren Partnerschaft und Familiengr\u00fcndung w\u00e4hrend der \u2028Berufsausbildung \u2028<br \/>\n<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">11, 12, 13 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tdiskutieren Partnerschaft und Familiengr\u00fcndung w\u00e4hrend der Berufsausbildung \u2028<br \/>\n\u2022\tsehen Sexualit\u00e4t als Teil der Identit\u00e4t, auch in ver\u00e4nderten Lebenskontexten: z. B. bei Verlust des Partners, bei Krankheit oder im Alter \u2028<br \/>\n\u2022\tzeigen Selbstverantwortung und Verantwortungsgef\u00fchl f\u00fcr den Partner \u2028<br \/>\n\u2022\tvergleichen und bewerten Selbstbild, Selbstpr\u00e4sentation und Fremdbild \u2028\u2022\t <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-4 from cache -->\n<p><strong>2.4 Selbstkonzept und Gesellschaft <\/strong><\/p>\n<p>Das Verst\u00e4ndnis der eigenen Geschlechtlichkeit und die Bedeutung einer seelisch- k\u00f6rperlichen Partnerschaft zeigen den Jugendlichen die Notwendigkeit sittlicher Entscheidungen und verantwortungsbewussten Handelns auf. Die Bedeutung der menschlichen Sexualit\u00e4t im sozialen und staatlichen Bereich sowie die sozialen, sozialethischen, weltanschaulich religi\u00f6sen und rechtlichen Aspekte der Geschlechtlichkeit des einzelnen Menschen und des Familienlebens werden dargestellt.<\/p>\n<p>Weitere Themen sind die Familie als Gemeinschaft von (biologischen oder sozialen) Eltern und Kindern, die Ehe als verfassungsrechtlich gesch\u00fctzte Grundlage der Familie, sowie die in den Normen des Ehe- und Familienrechts weiter aufgef\u00fchrten Formen der Lebensgemeinschaft. Der Familie als Schutzraum zur Pers\u00f6nlichkeitsentfaltung und wichtige Voraussetzung f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung eines Kindes kommt dabei besondere Bedeutung zu.<\/p>\n<p>Die Vermittlung der Inhalte zum Themenfeld \u201eSelbstkonzept und Gesellschaft\u201c k\u00f6nnen je nach Schulart und Alter der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die <strong>F\u00e4cher Religionslehre oder Ethik, Heimat- und Sachunterricht (HSU), Sozialkunde, Sozialwesen, Soziallehre, Geschichte\/Sozialkunde\/Erdkunde (GSE), Wirtschaft und Recht sowie das Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT) <\/strong>\u00fcbernehmen.<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-5\" class=\"tablepress tablepress-id-5\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<th class=\"column-1\">Jahrgangstufe<\/th><th class=\"column-2\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">1, 2 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tfragen nach der Bedeutung von Aufgaben\u00fcbernahme und gegenseitiger Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Familienleben \u2028<br \/>\n\u2022\ttauschen sich mit Achtung und Verst\u00e4ndnis gegen\u00fcber verschiedenen Formen des Zusammenlebens in unterschiedlichen Familienformen aus \u2028<br \/>\n\u2022\termitteln Werte f\u00fcr ein harmonisches Miteinander in der Familiengemeinschaft \u2028\u2022\t <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">3, 4<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tdiskutieren Erwerbst\u00e4tigkeiten in Familien und m\u00f6gliche Aufgabenverteilung \u2028<br \/>\n\u2022\terkunden Gleichberechtigung der Geschlechter im Berufsleben \u2028<br \/>\n\u2022\tfragen nach Ver\u00e4nderungen in einer Familie durch das Leben mit einem \u2028Neugeborenen \u2028<br \/>\n\u2022\tunterscheiden Zeichen der Zuneigung zwischen Familienmitgliedern und \u2028zwischen Freunden \u2028<br \/>\n\u2022\tverhalten sich achtsam gegen\u00fcber j\u00fcngeren Kindern oder Geschwistern \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">5, 6<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tachten das menschliche Leben: nehmen R\u00fccksicht auf Schw\u00e4chere und \u00fcbernehmen Verantwortung f\u00fcr J\u00fcngere \u2028<br \/>\n\u2022\tunterscheiden zwischen Sch\u00f6nheitsideal und Selbstwahrnehmung \u2028<br \/>\n\u2022\tpr\u00fcfen kritisch die Auswirkungen der Ausdrucksweise (z. B. Vulg\u00e4rsprache) in \u2028Musik- und Filmwerken auf das eigene Verhalten und das Verhalten anderer \u2028Jungen und M\u00e4dchen ihres Alters \u2028<br \/>\n\u2022\tbringen das eigene Verhalten in Verbindung mit der Wertekultur der \u2028Gesellschaft \u2028\u2022\t <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">7, 8<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tkennen Hilfsangebote der Gesellschaft in pers\u00f6nlichen Krisensituationen \u2028<br \/>\n\u2022\treflektieren sexuelle Orientierung im Spannungsfeld gesellschaftlicher \u2028Normen, sozialer Umwelt und pers\u00f6nlicher Freiheit \u2028<br \/>\n\u2022\tachten die rechtlichen Grundlagen zu sexueller Selbstbestimmung, \u2028Sexualkontakten, sexueller Gewalt \u2028<br \/>\n\u2022\tkennen und vergleichen Initiationsrituale unterschiedlicher Kulturen mit \u2028Rechtslage und gesellschaftlicher Praxis in Deutschland \u2028<br \/>\n\u2022\tdiskutieren Anforderungen und Verpflichtungen bei fr\u00fcher Elternschaft und \u2028Berufsausbildung \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">9, 10 <\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tvergleichen die Vorstellungen von Partnerschaft und Sexualit\u00e4t im Spannungsfeld verschiedener Umwelten \u2028<br \/>\n\u2022\tsetzen sich mit der Vernachl\u00e4ssigung und Misshandlung von Kindern und Jugendlichen auseinander \u2028<br \/>\n\u2022\tdiskutieren die Planbarkeit eines Kinderwunsches und fr\u00fche Elternschaft \u2028<br \/>\n\u2022\tanalysieren Darstellungen von Liebe und Sexualit\u00e4t in der Literatur \u2028<br \/>\n\u2022\treflektieren den Einfluss der Medien auf die eigene Sexualit\u00e4t und auf die \u2028Wertorientierung <br \/>\n <br \/>\n\u2022\tsetzen sich kritisch mit Pornographie und der medialen Verbreitung sexualisierter Inhalte (Musik, Video) auseinander \u2028<br \/>\n\u2022\tanalysieren die Kommerzialisierung von Sexualit\u00e4t im Kontext von Pornographie, Prostitution und Menschenhandel \u2028<br \/>\n\u2022\tachten soziale und rechtliche Bestimmungen zu Sexualit\u00e4t, Ehe, eingetragene Lebenspartnerschaft, Lebensgemeinschaft, Schwangerschaft und Adoption \u2028<br \/>\n\u2022\tanalysieren Wege der Partnersuche, m\u00f6gliche Chancen und Gefahren \u2028<br \/>\n\u2022\treflektieren eigene W\u00fcnsche und Erwartungen an eine Partnertschaft \u2028<br \/>\n\u2022\tanalysieren die Darstellung von Liebe und Sexualit\u00e4t in bildender Kunst, \u2028Musik und Tanz \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">11, 12, 13<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\treflektieren \u00fcber verantwortungsbewusste Familienplanung \u2028<br \/>\n\u2022\tw\u00fcrdigen die Bedeutung der Sexualit\u00e4t im Lauf des Lebens und anerkennen \u2028Beziehungspflege als Lebensaufgabe \u2028<br \/>\n\u2022\tuntersuchen m\u00f6gliche Einfl\u00fcsse von sozialer Umwelt und \u00d6konomie auf eine \u2028Partnerschaft \u2028<br \/>\n\u2022\tdiskutieren Rechtslage und Ethik in der Frage der biologischen Manipulation \u2028am Menschen \u2028<br \/>\n\u2022\tdiskutieren die Bedeutung von biologischer Verwandtschaft (Genealogie), \u2028Gentechnik und Selbstbestimmung auf der Grundlage aktueller \u2028wissenschaftlicher Erkenntnisse \u2028<br \/>\n\u2022\thinterfragen die Vermarktung von Sexualit\u00e4t \u2028\u2022\t <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-5 from cache -->\n<p><strong>2.5 St\u00e4rkung der sozialen und personalen Kompetenzen <\/strong><\/p>\n<p>Die Schule unterst\u00fctzt die Erziehungsberechtigten &#8211; basierend auf den in der BV vorgegebenen Werten &#8211; beim Aufbau und der St\u00e4rkung von sozialen und personalen F\u00e4higkeiten ihrer Kinder. Sie hilft Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern systematisch ihre Sprach- und Kommunikationskompetenz, ihre F\u00e4higkeiten zum Umgang mit Stress und Konflikten sowie ihre Kenntnis von Verhaltensgrundregeln und Vorsichtsma\u00dfnahmen in allt\u00e4glichen Situationen auszubauen. Dazu hilfreiche Angebote und Projekte sollten Lehrkr\u00e4fte und Eltern gemeinsam abstimmen und mittragen. An weiterf\u00fchrenden Schulen ist das Schulforum in die Planungen einzubeziehen.<\/p>\n<p>Soziale und personale Kompetenzen st\u00e4rken Kinder und Jugendliche darin, eigene Standpunkte zu vertreten, eine eigene Identit\u00e4t aufzubauen und gegen\u00fcber anderen zu behaupten. Belastungssituationen und Gef\u00e4hrdungen durch sexuelle Gewalt begegnen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler so gefestigter.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der sozialen und personalen F\u00e4higkeiten geschieht im Miteinander des Schullebens und ist Aufgabe aller F\u00e4cher.<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-6\" class=\"tablepress tablepress-id-6\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<th class=\"column-1\">Jahrgangsstufe<\/th><th class=\"column-2\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">1, 2<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tbenennen eigene Gef\u00fchle \u2028<br \/>\n\u2022\tgrenzen Grundelemente der K\u00f6rpersprache voneinander ab \u2028<br \/>\n\u2022\tachten aufeinander und sp\u00fcren die Bedeutung von Gemeinschaft und deren \u2028Grenze \u2028<br \/>\n\u2022\takzeptieren den Widerstand eines anderen \u2028<br \/>\n\u2022\tunterscheiden zwischen angemessenen und unangemessenen Ber\u00fchrungen \u2028<br \/>\n\u2022\tlehnen unangemessene Ber\u00fchrungen ab \u2028<br \/>\n\u2022\tverstehen, dass es Situationen gibt, in denen man sich vorsichtig verhalten \u2028oder auch laut und deutlich \u201eNEIN\u201c sagen \/ schreien muss \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">3, 4<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tsind f\u00e4hig eigene Gef\u00fchle verbal und nonverbal mitzuteilen \u2028<br \/>\n\u2022\tmeistern ihre eigene K\u00f6rpersprache und Stimme \u2028<br \/>\n\u2022\tkommunizieren respektvoll und verstehen sprachlich Grenzen zu setzen \u2028<br \/>\n\u2022\thalten andere Meinungen aus, bauen Frustrationstoleranz und Selbstkontrolle \u2028auf \u2028<br \/>\n\u2022\tnehmen Ungleichbehandlung von Einzelnen und von Gruppen wahr und \u2028wissen angemessen darauf zu reagieren \u2028<br \/>\n\u2022\tsind wachsam in unangenehmen Situationen und erkennen Situationen \u2028unangemessener N\u00e4he \u2028<br \/>\n\u2022\tbeherrschen einfache k\u00f6rperliche Abwehrtechniken, die weder \u2028Selbstgef\u00e4hrdung noch erhebliche Verletzungen zur Folge haben \u2028<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">5, 6<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tnehmen ihren K\u00f6rper wahr und wertsch\u00e4tzen sich selbst \u2028<br \/>\n\u2022\tsch\u00e4tzen die Wirkung ihrer eigenen Mimik und Gestik richtig ein und \u2028reagieren angemessen auf Mimik und Gestik anderer \u2028<br \/>\n\u2022\tpflegen Freundschaften, respektieren Unterschiede und erkennen \u2028M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Beeinflussung durch Einzelne oder eine \u2028Gruppe \u2028<br \/>\n\u2022\ttrainieren emotionale Perspektiv\u00fcbernahme und sind im Stande empathisch \u2028zu kommunizieren \u2028<br \/>\n\u2022\tbauen ihre Selbstkontrolle aus, sind f\u00e4hig Konfliktsituationen zu erkennen und \u2028zu analysieren \u2028<br \/>\n\u2022\tsetzen sprachlich Grenzen und fordern diese ein \u2028<br \/>\n\u2022\terproben und \u00fcben Strategien zum Umgang mit und zur Abwehr von verbalen \u2028sexuellen Bel\u00e4stigungen und aggressivem oder einsch\u00fcchterndem Verhalten \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">7, 8<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tnehmen den Wandel des eigenen K\u00f6rpers positiv an \u2028<br \/>\n\u2022\tsp\u00fcren eigenen Gef\u00fchlen nach, teilen diese differenziert sowohl verbal, als \u2028auch nonverbal mit \u2028<br \/>\n\u2022\tsetzen ein breites Spektrum nonverbaler Ausdrucksmittel ein und verstehen \u2028sie bei anderen \u2028<br \/>\n <br \/>\n\u2022\thinterfragen die Wechselwirkung zwischen positivem sowie negativem K\u00f6rpergef\u00fchl und Verhalten \u2028<br \/>\n\u2022\tvertreten eigene Anschauungen und W\u00fcnsche klar gegen\u00fcber Einzelnen und einer Gruppe, respektieren Unterschiede \u2028<br \/>\n\u2022\tachten sich selbst und begegnen anderen mit Achtung \u2028<br \/>\n\u2022\twenden Entlastungsstrategien in Belastungssituationen an \u2028<br \/>\n\u2022\tprobieren Elemente der Selbstbehauptung aus \u2028<br \/>\n\u2022\tgrenzen sich bewusst vom Gebrauch einer sexualisierten oder abwertenden \u2028Sprache ab und fordern eine angemessene Ausdrucksweise ein \u2028<br \/>\n\u2022\tunterscheiden zwischen einer manipulierenden und sachlichen \u2028Kommunikation \u2028<br \/>\n\u2022\tnehmen fr\u00fchzeitig Grenzverletzungen wahr und benennen sie als solche \u2028<br \/>\n\u2022\tnutzen Strategien zur Abwehr von verbalen sexuellen Bel\u00e4stigungen und \u2028aggressivem oder einsch\u00fcchterndem Verhalten \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">9, 10<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tkommunizieren in einer Partnerschaft Bed\u00fcrfnisse und Grenzen \u2028<br \/>\n\u2022\tzeigen Toleranz und Respekt gegen\u00fcber Menschen, ungeachtet ihrer \u2028sexuellen Identit\u00e4t \u2028<br \/>\n\u2022\tdefinieren einen wertsch\u00e4tzenden Sprachgebrauch und verhalten sich \u2028r\u00fccksichtsvoll \u2028<br \/>\n\u2022\ttreten Grenzverletzungen konsequent entgegen \u2028<br \/>\n\u2022\tsetzen nonverbale, verbale und deeskalierende Selbstbehauptungstechniken \u2028ein \u2028<br \/>\n\u2022\tbedenken in Situationen mit Alkohol- und Drogenkonsum das besondere \u2028Gefahrenpotential hinsichtlich sexueller Gewalt und ungewollter Schwangerschaft \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">11, 12, 13<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\t\u00fcben ihre F\u00e4higkeit, verantwortungsbewusst und werteorientiert zu urteilen \u2028<br \/>\n\u2022\tverbessern ihre Empathie- und Kommunikationskompetenz, pflegen \u2028Beziehungen \u2028<br \/>\n\u2022\tnutzen Sprache zur Kl\u00e4rung und L\u00f6sung von Konflikten und wenden \u2028Grundregeln der Mediation an \u2028<br \/>\n\u2022\treflektieren angemessene Formen des sich Streitens und sich Trennens \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-6 from cache -->\n<p><strong>3 Organisation der Familien- und Sexualerziehung an der Schule <\/strong><\/p>\n<p><strong>3.1 Aufgaben der Schulleitung<br \/><\/strong>Die Schulleiterin oder der Schulleiter sorgt f\u00fcr die <strong>Einhaltung der Richtlinien f\u00fcr die Familien- und Sexualerziehung <\/strong>an der Schule. Befugnis und Aufgaben der staatlichen Schulaufsichtsbeh\u00f6rden, die Erf\u00fcllung der Unterrichtsziele und die Gestaltung des Unterrichts zu beaufsichtigen, bleiben unber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Schulleiterin oder der Schulleiter ernennt eine(n) <strong>Beauftragte(n) f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung an der Schule <\/strong>und unterst\u00fctzt die Arbeit des\/der Beauftragten.<br \/>Die Entscheidung, ob auf Grund einer spezifischen \u00f6rtlichen Situation bzw. inhaltlichen Schwerpunktsetzung im Unterricht die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler getrennt, statt im gewohnten <strong>Klassenverband <\/strong>unterrichtet werden, trifft die Schulleiterin oder der Schulleiter in Absprache mit dem\/der Beauftragten f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung und der die Inhalte vermittelnden Lehrkraft. Eine solche Entscheidung ist gegen\u00fcber dem Elternbeirat und der Elternversammlung auf deren Verlangen zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>3.2 Aufgaben des\/der Beauftragten f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung <\/strong>Der\/Die Beauftragte ist erste(r) <strong>Ansprechpartner(in) <\/strong>f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte, Eltern, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie externe Expert(inn)en zur Familien- und Sexualerziehung an der Schule. Er\/Sie pflegt den Kontakt zu au\u00dferschulischen Ansprechpartner(inne)n sowie Expert(inn)en und unterst\u00fctzt die Lehrkr\u00e4fte bei der Vorbereitung der didaktischen Umsetzung der Familien- und Sexualerziehung. Ihm\/Ihr obliegt die Planung des nach M\u00f6glichkeit j\u00e4hrlich an den weiterf\u00fchrenden Schulen stattfindenden <strong>Aktionstages f\u00fcr das Leben <\/strong>(siehe dazu auch 1.3.2). Der\/Die Beauftragte f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung pr\u00fcft alle <strong>Angebote externer Anbieter zur Familien- und Sexualerziehung <\/strong>und stellt sicher, dass jede au\u00dferschulische Zusammenarbeit im Einklang mit den Richtlinien f\u00fcr die Familien- und Sexualerziehung geschieht.<br \/>Er\/Sie ist immer auch <strong>Interventionsbeauftragte(r)<\/strong>, speziell f\u00fcr diese T\u00e4tigkeit geschult, und kennt im Verdachtsfall von sexueller Gewalt die notwendigen Schritte, die zu informierenden Stellen und alle wichtigen Ansprechpartner. Um langfristig <strong>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gegen sexuelle Gewalt zu st\u00e4rken<\/strong>, stimmt er\/sie mit den Lehrkr\u00e4ften der Schule die unterschiedlichen Angebote zum Auf- und Ausbau personaler sowie sozialer Kompetenzen und der Medienbildung aufeinander ab.<\/p>\n<p><strong>3.3 Aufgaben der Lehrkr\u00e4fte <\/strong><\/p>\n<p>Die in den Klassen unterrichtenden Lehrkr\u00e4fte vermitteln im jeweiligen Fachunterricht die Themenbereiche der Familien- und Sexualerziehung. Die daf\u00fcr notwendigen Absprachen koordiniert der\/die Klassenleiter(in) bzw. Klassenlehrkraft oder bei Bedarf der\/die Beauftragte f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung. Pers\u00f6nlichkeitsbezogene oder emotionsbehaftete Inhalte der Familien- und Sexualerziehung d\u00fcrfen nicht Teil der Leistungserhebung sein. Fragebogenaktionen \u00fcber das sexuelle Verhalten der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Der\/Die Klassenleiter(in) beruft eine <strong>Klassenelternversammlung zur Information der Erziehungsberechtigten <\/strong>ein (vgl. auch 3.4). Er\/Sie kann diese Aufgabe auch an eine andere Lehrkraft der Klasse delegieren oder den\/die Beauftragte(n) f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung um Unterst\u00fctzung bitten. Alle an der Familien- und Sexualerziehung in einer Klasse beteiligten Lehrkr\u00e4fte sind zur <strong>Zusammenarbeit <\/strong>und zur <strong>Teilnahme an den Informationsveranstaltungen <\/strong>verpflichtet. F\u00fcr besondere Fragestellungen und Zielsetzungen der Familien- und Sexualerziehung k\u00f6nnen unter Einbeziehung des\/der Beauftragten f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung au\u00dferschulische Expert(inn)en den Unterricht an weiterf\u00fchrenden Schulen erg\u00e4nzen. F\u00fcr Inhalt, Qualit\u00e4t und Durchf\u00fchrung der gemeinsamen Aktivit\u00e4t bleibt dabei die Lehrkraft verantwortlich (vgl. \u00a7 5 \u201eAufsichtspflicht\u201c der Dienstordnung f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte an staatlichen Schulen in Bayern).<\/p>\n<p><strong>3.4 Elterninformation <\/strong><\/p>\n<p>In den Jahrgangsstufen 1 bis 6 erfolgt die Information der Erziehungsberechtigten und die Aussprache mit ihnen im Rahmen der j\u00e4hrlich vorgesehenen Klassenelternversammlungen oder in einem thematischen Elternabend. Die Eltern werden zu den <strong>Klassenelternversammlungen <\/strong>unter Hinweis auf die Thematik schriftlich eingeladen. In diesen werden unter anderem die vorgesehenen <strong>audiovisuellen Lehr- und Lernmittel <\/strong>vorgestellt und erl\u00e4utert, die entsprechend der Intention der Richtlinien f\u00fcr die Familien- und Sexualerziehung ausgew\u00e4hlt wurden. Die Eltern werden im Interesse ihrer Kinder gebeten, die Lehrkraft oder den\/die Beauftragte(n) f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung \u00fcber <strong>Vorkommnisse oder Umst\u00e4nde besonderer Art <\/strong>vor Beginn der Unterrichtseinheiten zur Familien- und Sexualerziehung in Kenntnis zu setzen. Damit die Erziehungsberechtigten Zeit finden mit ihren Kindern zuerst \u00fcber Themen der Familien- und Sexualerziehung zu sprechen, beginnt der Unterricht zur Familien- und Sexualerziehung erst angemessene Zeit nach der Informationsveranstaltung, in der Grundschule und in den Jahrgangsstufen 5 und 6 in der Regel erst nach Ablauf von acht Wochen. Besondere Klassenelternversammlungen zur Familien- und Sexualerziehung werden f\u00fcr die Eingangsklassen an der Grundschule, der Mittelschule, der F\u00f6rderschule, der Realschule, der Wirtschaftsschule und dem Gymnasium einberufen, soweit der Elternbeirat dies w\u00fcnscht.<\/p>\n<p>In den Jahrgangsstufen 7 bis 13 kann die Information der Eltern entweder im Rahmen von Klassenelternversammlungen oder durch Elternbrief erfolgen. Hier\u00fcber entscheidet die Schule im Einvernehmen mit dem Elternbeirat.<\/p>\n<p><strong>3.5 Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung <\/strong><\/p>\n<p>Damit die Schule ihren gesetzlichen Auftrag zur Familien- und Sexualerziehung erf\u00fcllen kann, sind in die Vorbereitung f\u00fcr die verschiedenen Lehr\u00e4mter sowie in die Lehrerfortbildung entsprechende fach- und erziehungswissenschaftliche, didaktische und unterrichtsmethodische Themenbereiche aufzunehmen. Die Beauftragten f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung an den Schulen erhalten ein besonderes Fortbildungsangebot.<\/p>\n<p><strong>4 Pr\u00e4vention von sexueller Gewalt <\/strong><\/p>\n<p><strong>4.1 Sexuelle Gewalt <\/strong><\/p>\n<p>Sexuelle Grenzverletzungen und \u00dcbergriffe sind Formen sexueller Gewalt. Unter sexueller Gewalt (sexuellem Missbrauch, sexueller Misshandlung) versteht man jede Handlung eines M\u00e4chtigeren \u2013 Erwachsenen oder deutlich \u00e4lteren Jugendlichen \u2013 an Schw\u00e4cheren wie z. B. Kindern, die der sexuellen Erregung bzw. Befriedigung des M\u00e4chtigeren dient. Der M\u00e4chtigere nutzt das Machtgef\u00e4lle bzw. seine physische und psychische \u00dcberlegenheit zur Durchsetzung seiner Bed\u00fcrfnisse aus. Er allein tr\u00e4gt die Verantwortung f\u00fcr die Handlungen. Ein Kind kann diesen Handlungen auf Grund seines Entwicklungsstandes nicht frei und wissentlich zustimmen. Zus\u00e4tzlich werden die betroffenen Kinder meist von den T\u00e4tern zur Geheimhaltung verpflichtet. Da diese Kinder zus\u00e4tzlich oft von den erwachsenen oder \u00e4lteren jugendlichen T\u00e4tern abh\u00e4ngig sind und meist in einem Vertrauensverh\u00e4ltnis zu ihnen stehen, kann es den Kindern kaum gelingen, sich den Handlungen durch die Erwachsenen oder \u00e4lteren Jugendlichen zu widersetzen. Alle sexuellen Handlungen, die an, vor oder mit einem Kind erzwungen werden oder mit dessen scheinbarem Einverst\u00e4ndnis stattfinden, erf\u00fcllen einen Straftatbestand.<\/p>\n<p>Abzugrenzen davon sind sexuelle Grenzverletzungen und \u00dcbergriffe zwischen Kindern. Von Kindern spricht man bis zu einem Alter von vierzehn Jahren, ab vierzehn Jahren dann von Jugendlichen. In diesen F\u00e4llen nutzt ein \u00fcbergriffiges Kind ein Machtgef\u00e4lle zum betroffenen Kind aus. Das \u00fcbergriffige Kind setzt das betroffene Kind dabei emotional oder durch k\u00f6rperliche Gewalt unter Druck und erzwingt in der Folge sexuelle Handlungen. Diese werden unfreiwillig vom betroffenen Kind geduldet.<\/p>\n<p>Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sexuelle Gewalt einzud\u00e4mmen. Die Schule weist Kinder und Eltern auf die Gefahr sexueller \u00dcbergriffe hin und informiert \u00fcber m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung sexueller Grenzverletzungen. Schule leistet so einen Beitrag zur Vorbeugung von sexueller Gewalt. Durch das Ansprechen des Problems der sexuellen Gewalt in der Schule sollen Kinder Schule als einen Ort erfahren, von dem in einer schwierigen Lebenslage Hilfe zu erwarten ist.<\/p>\n<p><strong>4.2 Pr\u00e4ventionsstrategien <\/strong><\/p>\n<p>Kommunikationsprobleme und Dominanzanspr\u00fcche k\u00f6nnen bei Kindern und Jugendlichen zu Gewalt f\u00fchren. Dabei verwischen und vermischen sich mit zunehmendem Alter oft die Grenzen und Formen von k\u00f6rperlicher, verbaler und sexueller Gewalt. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollten deshalb fr\u00fchzeitig in Elternhaus und Schule erfahren, dass die Aus\u00fcbung jeder Art von Gewalt keine Duldung erf\u00e4hrt und gesellschaftlicher \u00c4chtung unterliegt. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen mit sexueller Gewalt an den verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Zusammenh\u00e4ngen konfrontiert werden. Sexuelle Gewalt tritt neben direkten k\u00f6rperlichen \u00dcbergriffen auch in anderen Formen auf &#8211; visuell, verbal oder medial vermittelt.<br \/>Kinder und Jugendliche sollen sich Bel\u00e4stigungen und Bedrohungen nicht hilflos ausgeliefert f\u00fchlen, sondern um ihre Rechte, Schutz- und Hilfsangebote wissen und in aggressiven und bedrohlichen Situationen M\u00f6glichkeiten der Gegenwehr oder der Schutzsuche kennen.<\/p>\n<p>Altersangemessen gilt es <strong>Sinne und Intuition <\/strong>der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu <strong>sch\u00e4rfen<\/strong>, damit sie m\u00f6glichst fr\u00fch Bedrohungen erkennen, Grenzverletzungen wahrnehmen und benennen k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen m\u00f6gliche Gefahrenquellen, die die Wahrscheinlichkeit sexueller Gewalt erh\u00f6hen, kennen.<\/p>\n<p><strong>Alkohol- und Drogenmissbrauch <\/strong>bergen ein hohes Risikopotential hinsichtlich sexueller Gewalt und gesundheitlicher Gef\u00e4hrdung. Medial vermittelte sexuelle Botschaften, die durch sexuelle Gewalt in Wort und Tat gepr\u00e4gt sind, k\u00f6nnen einer unterschwelligen Verrohung Vorschub leisten und im ung\u00fcnstigen Fall Auswirkungen auf die sexuellen Vorstellungen und Handlungskonzepte Jugendlicher haben. Eine weitere Gefahrenquelle kann sich aus dem <strong>Missbrauch sozialer Macht in Beziehungen <\/strong>ergeben.<\/p>\n<p>Schule reagiert, indem sie als Basis schulischer Gewaltpr\u00e4vention die Ich-St\u00e4rke bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern f\u00f6rdert und die <strong>Wertekultur <\/strong>der Verfassung im Schulalltag einfordert. Die Vermittlung von Werten, die Ausbildung von <strong>Frustrationstoleranz, Empathief\u00e4higkeit und Selbstbewusstsein <\/strong>st\u00e4rken die sozialen und personalen F\u00e4higkeiten der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in Konflikt- und Bedrohungssituationen. Selbstbewusste und zugleich <strong>sozial kompetente Kinder und Jugendliche <\/strong>werden seltener Opfer und sind seltener \u00fcbergriffig bzw. T\u00e4terinnen oder T\u00e4ter. Die Wertsch\u00e4tzung von Mitmenschen in ihrer Eigenart und die \u00dcbernahme von Verantwortung f\u00fcr das eigene Handeln sind wichtige Schritte des Reifungsprozesses vom Kind zum sozial kompetenten Jugendlichen und jungen Erwachsenen.<\/p>\n<p><strong>4.2.1 Pers\u00f6nlichkeitsst\u00e4rkende Erziehungshaltung <\/strong><\/p>\n<p>Die Erziehung der Kinder liegt zuallererst in der Verantwortung der Eltern. Eine Erziehungshaltung, die Kinder als vollwertige Personen anerkennt und die Entwicklung ihres Selbstwertgef\u00fchls st\u00e4rkt, tr\u00e4gt wesentlich zur Vermeidung sexueller \u00dcbergriffe bei. <strong>M\u00e4dchen und Jungen sollen zu selbstbewussten, selbstbestimmten, kritischen Menschen erzogen werden, die ihren Mitmenschen respektvoll und verantwortungsbewusst gegen\u00fcber treten. <\/strong>Ermutigen Erziehungsberechtigte ihre Kinder, auf ihr K\u00f6rperempfinden zu achten, ihre Umgebung bewusst wahrzunehmen und \u00fcber ihre Erlebnisse und Eindr\u00fccke zu sprechen, erleben diese, dass ihre Einsch\u00e4tzungen ernstgenommen werden. Kinder sollen Empfindungen \u2013 Gefallen bzw. Nichtgefallen \u2013 nicht vorgeschrieben bekommen, sie haben ein <strong>Recht auf selbst bestimmten K\u00f6rperkontakt<\/strong>. So erfahren sie sich selbstwirksam. Sie lernen, dass sie in bestimmten Situationen \u201eNEIN\u201c sagen d\u00fcrfen und m\u00fcssen. Von Kindern wird kein unbedingter Gehorsam eingefordert. Solch eine Erziehungshaltung kann es Kindern in Gef\u00e4hrdungssituationen erleichtern, sich einem fremden Willen entgegen zu stellen, \u201eNEIN\u201c zu sagen, Hilfe zu holen oder einzufordern. Gef\u00f6rdert wird eine selbstbewusste Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung durch<\/p>\n<ul>\n<li>Aufmerksamkeit und Zuwendung durch die Eltern<\/li>\n<li>das Erleben und Lernen von Verst\u00e4ndnis<\/li>\n<li>die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Kinder, ihre eigene Pers\u00f6nlichkeit zu entfalten<\/li>\n<li>das Ernstnehmen von Gef\u00fchlen und Intuition der Kinder<\/li>\n<li>die vorgelebte Wertsch\u00e4tzung und Achtung anderer<\/li>\n<li>den Aufbau einer realistischen Frustrationstoleranz bei den Kindern<\/li>\n<li>eine Erziehung zu Achtsamkeit und Vorsicht<\/li>\n<li>das Vermeiden einengender oder klischeehafter Erziehung.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>4.2.2 Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule <\/strong><\/p>\n<p>Eine pers\u00f6nlichkeitsst\u00e4rkende Erziehung wird dann gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Wirkung entfalten, wenn sie von allen Bezugspersonen der Kinder und Jugendlichen \u2013 in Elternhaus und Schule \u2013 realisiert wird. Sie beinhaltet auch die F\u00f6rderung von sozialer Kompetenz, d.h. von Selbstwertgef\u00fchl, Selbstbewusstsein sowie Empathie und wird begleitet von einer reflektierten Medienerziehung. Der Sensibilisierung der Erziehungsberechtigten f\u00fcr einen verantwortungsvollen und kritischen Medienkonsum des Kindes und die Beachtung von Sicherheitsregeln bei der Mediennutzung durch das Kind kommt besondere Bedeutung zu.<\/p>\n<p>Bei Elternabenden k\u00f6nnen Eltern Inhalte und M\u00f6glichkeiten der Pr\u00e4ventionsarbeit in der Schule und zu Hause im Bereich der Medienerziehung und bez\u00fcglich sozialer sowie personaler Kompetenzen kennenlernen sowie Fragen und Erfahrungen dazu einbringen. Zus\u00e4tzliche Ansprechpartner werden vorgestellt wie bspw. geschulte Fachkr\u00e4fte, Schulpsycholog(inn)en, Mitarbeiter(innen) der f\u00fcr den Bezirk zust\u00e4ndigen staatlichen Schulberatungsstelle oder auch Fachberater(innen) der Polizei. Eltern brauchen im Kontext der Familien- und Sexualerziehung<\/p>\n<ul>\n<li>grundlegende Informationen zu sexueller Gewalt<\/li>\n<li>Kenntnisse zur Pr\u00e4vention sexueller Gewalt<\/li>\n<li>grundlegende Informationen zur Bedeutung sozialer sowie<br \/>personaler Kompetenzen und zur Medienerziehung<\/li>\n<li>Informationen zu Grunds\u00e4tzen des gesetzlichen und p\u00e4dagogischen Kinder-und Jugendschutzes und M\u00f6glichkeiten des technischen<br \/>Jugendschutzes (Jugendschutzfilter f\u00fcr das Internet)<\/li>\n<li>Hilfen, wie Pr\u00e4ventionsinhalte an das eigene Kind bzw. die eigenen<br \/>Kinder vermittelt und einge\u00fcbt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>4.2.3 Bedeutung der Medienumwelt <\/strong><\/p>\n<p>Kinder und Jugendliche wachsen in einer zunehmend sexualisierten Lebenswelt auf und sind besonders empf\u00e4nglich f\u00fcr Trends und Wertvorstellungen, die durch Medien verbreitet und verst\u00e4rkt werden. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler werden \u00fcber Fernsehen, Internet, Musik, Computerspiele u.a. mit problematischen und verst\u00f6renden Inhalten zum Thema Sexualit\u00e4t konfrontiert. Dabei wird oftmals der Zusammenhang von Achtung, Z\u00e4rtlichkeit, Liebe und Sexualit\u00e4t aufgehoben und ein bedenkliches M\u00e4nner- und Frauenbild vermittelt.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Medienbildung hinterfragen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mediale Botschaften kritisch und gehen in der Folge selbstbestimmter mit Medien um. Die Kenntnisse zu Jugend- und Datenschutz sowie zum Urheberrecht und das damit verbundene Wissen um die eigenen Rechte und Pflichten im Umgang mit digitalen Medien helfen, sich selbst besser zu sch\u00fctzen und auch anderen dabei achtungsvoll und wertsch\u00e4tzend zu begegnen.<\/p>\n<p>Bei ungewolltem Kontakt mit problematischen und angstausl\u00f6senden Inhalten sollten sich die Kinder und Jugendlichen vertrauensvoll an Erziehungsberechtigte und Lehrkr\u00e4fte wenden. Medienerziehung kann nur als gemeinsames Anliegen von Familie und Schule gelingen. Medienbildung ist Teil des p\u00e4dagogischen Auftrags jeder Lehrkraft. Es empfiehlt sich, den Prozess der Medienbildung an der Schule im Sinne einer fortdauernden Wirksamkeit zu systematisieren.2 Belange der Medienbildung thematisieren unterschiedliche F\u00e4cher: <strong>Deutsch, Kunst und Musik, Sozialkunde, Sozialwesen, Soziallehre, Geschichte\/Sozialkunde\/Erdkunde, Natur und Technik, Informatik, Informationstechnologie (IT), Wirtschaft. <\/strong>Nachfolgende Tabelle zeigt die dabei f\u00fcr die Familien- und Sexualerziehung wichtigen Aspekte auf.<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-7\" class=\"tablepress tablepress-id-7\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<th class=\"column-1\">Jahrgangsstufe<\/th><th class=\"column-2\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-striping row-hover\">\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">1, 2<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tachten auf die Einhaltung grundlegender Sicherheitsregeln und Abwehrstrategien, da sie sich m\u00f6glicher Gefahren bewusst sind \u2028<br \/>\n\u2022\tfinden kindgerechte und sichere Medienportale bzw. -angebote \u2028<br \/>\n\u2022\takzeptieren Ma\u00dfnahmen zum technischen Kinder- und Jugendschutz \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">3, 4<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tw\u00e4hlen sichere M\u00f6glichkeiten zur Kommunikation aus \u2028<br \/>\n\u2022\tstufen Identifikationsfiguren und Identifikationsangebote aus den Medien \u2028als Teil einer fiktionalen Welt ein \u2028<br \/>\n\u2022\tidentifizieren Gefahren des eigenen Mediengebrauchs \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">5, 6<\/td><td class=\"column-2\">definieren Chancen und Risiken verschiedener Medienarten und -formate <br \/>\n\u2022\thinterfragen Medienangebote und mediale Identifikationsfiguren, z. B. im Fernsehen, Internet und in Computerspielen \u2028<br \/>\n\u2022\tentwickeln Strategien zum Umgang mit digitalen sexuellen \u00dcbergriffen (im Netz, per Handy, in der Musik) \u2028<br \/>\n\u2022\tgehen mit pers\u00f6nlichen Daten sowie Daten Dritter angemessen um, da sie um die Manipulationsm\u00f6glichkeiten von Daten und Bildern wissen \u2028<br \/>\n  <br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">7, 8<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\twenden einfache Sicherheitsregeln und Abwehrstrategien zur Sicherheit von Informationen und Daten im Netz, in sozialen Netzwerken sowie im Chat an \u2028<br \/>\n\u2022\treagieren angemessen auf medial vermittelte sexuelle Bel\u00e4stigung und Gewalt \u2028<br \/>\n\u2022\thalten grundlegende Aspekte des Urheberrechts, Pers\u00f6nlichkeitsrechts, Jugendmedienschutzes und Datenschutzes bei der Mediennutzung und -gestaltung ein \u2028<br \/>\n\u2022\terkennen den Einfluss der Medien auf gesellschaftliche und eigene Vorstellungen von Sexualit\u00e4t und Sch\u00f6nheit \u2028<br \/>\n\u2022\tstellen Rollen- und K\u00f6rperbilder und die Sexualisierung von Alltagsthemen in den Medien in Frage und pr\u00fcfen kritisch z. B. Musikvideos oder Computerspiele \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">9, 10<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tbauen ihre Strategien zum Umgang mit sexuellen \u00dcbergriffen in der digitalen Kommunikation aus \u2028<br \/>\n\u2022\tsch\u00fctzen sich vor medialen Gefahren und treffen selbstst\u00e4ndig geeignete Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen aus der Kenntnis um Chancen und Risiken des Mediengebrauchs \u2028<br \/>\n\u2022\thalten bei der Mediennutzung Vorschriften des Daten- und Jugendmedienschutzes ein \u2028<br \/>\n\u2022\tanalysieren und bewerten mediale Vor-\/Leitbilder sowie Wirklichkeitskonstruktionen in virtuellen Welten, sozialen Netzwerken und in der Musik \u2028<br \/>\n\u2022\thinterfragen kritisch den Einfluss der Medien durch Kommerzialisierung und Sexualisierung auf ihre eigene Meinungsbildung, Wertorientierung und ihr Handeln \u2028<br \/>\n\u2022\tbauen ihre Strategien zum Umgang mit sexuellen \u00dcbergriffen in der digitalen Kommunikation aus \u2028<br \/>\n\u2022\tsch\u00fctzen sich vor medialen Gefahren und treffen selbstst\u00e4ndig geeignete Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen aus der Kenntnis um Chancen und Risiken des Mediengebrauchs \u2028<br \/>\n\u2022\thalten bei der Mediennutzung Vorschriften des Daten- und Jugendmedienschutzes ein \u2028<br \/>\n\u2022\tanalysieren und bewerten mediale Vor-\/Leitbilder sowie Wirklichkeitskonstruktionen in virtuellen Welten, sozialen Netzwerken und in der Musik \u2028<br \/>\n\u2022\thinterfragen kritisch den Einfluss der Medien durch Kommerzialisierung und Sexualisierung auf ihre eigene Meinungsbildung, Wertorientierung und ihr Handeln \u2028<br \/>\n\u2022\t\u00fcberdenken ihre Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken und deren Wirkung auf andere \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">11, 12, 13<\/td><td class=\"column-2\">\u2022\tverwenden mediale Kommunikationsformen situationsgerecht, adressatenorientiert sowie verantwortungsbewusst \u2028<br \/>\n\u2022\thinterfragen kritisch die Rolle der Medien bei der Gestaltung des individuellen und gesellschaftlichen Lebens und ihrer Konstruktion von Wirklichkeit \u2028<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-7 from cache -->\n<p><strong>4.2.4 Sprechen \u00fcber sexuelle Gewalt <\/strong><\/p>\n<p>Unaufgekl\u00e4rte Kinder sind leichte Opfer. Ein aufgekl\u00e4rtes, selbstbewusstes Kind hat eher die Chance, eine schwierige Situation zu meistern. Kindern und Jugendlichen mit besonderem F\u00f6rderbedarf stehen aufgrund ihrer gr\u00f6\u00dferen Abh\u00e4ngig- und Hilfsbed\u00fcrftigkeit besonderer Schutz und Aufmerksamkeit zu. Stets in dem Bewusstsein, dass die Vermittlung dieses Themas besonderes Feingef\u00fchl erfordert und jegliche Emotionalisierung oder gar Dramatisierung verbietet, sollte deshalb nach der Vermittlung grundlegender Begriffe zur Sexualit\u00e4t (vgl. 2.2) bereits mit Grundsch\u00fclerinnen und Grundsch\u00fclern ein Gespr\u00e4ch \u00fcber sexuelle Gewalt, im Sinne einer fr\u00fchzeitigen Pr\u00e4vention von sexuellem Missbrauch, gef\u00fchrt werden. Solch ein Gespr\u00e4ch kann unter Einbeziehung geeigneter Medien geschehen oder beispielsweise anl\u00e4sslich einer aktuellen Berichterstattung. Aufgrund der Sensibilit\u00e4t des Themas muss sich die Lehrkraft hierf\u00fcr in jedem Fall besonders intensiv vorbereiten. Das Gespr\u00e4ch soll Kindern helfen, sexuelle Grenzverletzungen und \u00dcbergriffe als solche benennen zu k\u00f6nnen. Kinder, die nicht angemessen sexuell aufgekl\u00e4rt sind, besitzen keine Sprache \u00fcber sexuelle Vorg\u00e4nge. Dies erschwert es ihnen, sich im Falle von Bedrohungen oder Missbrauch mitzuteilen. Dem Kind wird so vermittelt, dass die Bezugsperson (Eltern, Lehrerinnen und Lehrer) um die Realit\u00e4t sexueller Misshandlungen wei\u00df und dass sexueller Missbrauch kein Tabuthema darstellt. Dies erleichtert einem Kind im Falle einer Bedrohung oder nach einer Grenzverletzung die Kontaktaufnahme mit Au\u00dfenstehenden und das Sprechen dar\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>4.3 Die Rolle von Schule und Lehrkr\u00e4ften in der Pr\u00e4ventionsarbeit <\/strong><\/p>\n<p>Die t\u00e4glichen und intensiven Kontakte mit den Kindern pr\u00e4destinieren vor allem die Grundschullehrkr\u00e4fte als Ansprechpartner und Vertrauenspersonen f\u00fcr betroffene Kinder. Sie k\u00f6nnen einerseits entsprechende Anzeichen wahrnehmen, andererseits bieten sie Kindern, die von innerfamili\u00e4rem Missbrauch betroffen sind, vielleicht die einzige M\u00f6glichkeit, Au\u00dfenkontakte zu kn\u00fcpfen oder sich jemandem mitzuteilen. Die Lehrkraft beschr\u00e4nkt sich im Gespr\u00e4ch mit dem Kind oder Jugendlichen darauf zuzuh\u00f6ren, zu unterst\u00fctzen und auf Wunsch der Sch\u00fclerin oder des Sch\u00fclers eine Intervention zu begleiten.<\/p>\n<p>Die Abkl\u00e4rung eines Verdachts (Interventionsarbeit) aus eigenem Antrieb, die Aufdeckung einer sexuellen Misshandlung oder die Konfrontation der T\u00e4terin oder des T\u00e4ters geh\u00f6ren jedoch nicht zum Aufgabengebiet der Lehrkraft.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu ihrer Aufkl\u00e4rungsarbeit im Unterricht sind Lehrkr\u00e4fte gehalten, Verhaltens\u00e4nderungen wahrzunehmen, die Hinweissignale daf\u00fcr sein k\u00f6nnen, dass ein Kind Opfer sexueller Gewalt ist. Die Signale m\u00fcssen ernst genommen und der Beauftragte f\u00fcr Familien- und Sexualerziehung in seiner Funktion als Interventionsbeauftragter muss informiert werden. Zu dessen Aufgaben z\u00e4hlt es, sich \u00fcber die notwendigen Schritte bei einer eventuellen Intervention zu informieren, sich dazu fortzubilden und die Ansprechpartner der Hilfsorganisationen und Beh\u00f6rden vor Ort zu kennen, die im Fall eines Verdachts auf sexuellen Missbrauch kontaktiert werden m\u00fcssen bzw. k\u00f6nnen. Weitere wichtige Ansprechpartner f\u00fcr Eltern und Lehrkr\u00e4fte sind v.a. die Schulpsychologen, die Mitarbeiter der f\u00fcr den Bezirk zust\u00e4ndigen staatlichen Schulberatungsstelle sowie der Jugendhilfe.<\/p>\n<p><strong>5 Inkrafttreten, Au\u00dferkrafttreten <\/strong><\/p>\n<p>Diese Bekanntmachung tritt mit Wirkung vom 15. Dezember 2016 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Bekanntmachung \u00fcber die Richtlinien f\u00fcr die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen vom 12. August 2002 (KWMBl. I S. 285) au\u00dfer Kraft. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<em>Herbert P\u00fcls Ministerialdirektor <\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dokumentation\u00a0Wissenschaftliche Dienste Deutscher Bundestag 2016 &#8211;\u00a0WD 8 &#8211; 3000 &#8211; 071\/16\u00a0 Sexuelle Vielfalt und Sexualerziehung in den Lehrpl\u00e4nen der Bundesl\u00e4nder&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":62,"menu_order":4,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-204","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=204"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/204\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":894,"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/204\/revisions\/894"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/dgg-ev-bonn.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}